Zum nahenden Frühling: Es war einmal ein zartes …

… kleines Etwas von Grün.

Nur eine winzig kleine grüne Triebspitze lugte aus dem Waldboden hervor. Außer für die kleinsten Waldbodenbewohner war sie noch für niemanden zu sehen. Nicht, nur weil das Grün so zierlich und kaum mit dem bloßen Auge zu erkennen war, sondern vor allem, weil sie noch von vertrocknetem Herbstlaub völlig bedeckt war, das für Winzling bleischwer erschien.

Dennoch schob sich das grüne Spitzchen, das einmal eine hübsche Pflanze werden wollte, Stück für Stück durch die dichte Laubdecke. Denn der Wille der Sonne entgegen zu wachsen, der Lebenswille war so groß, dass sie die Strapazen darüber fast vergaß.

Der Sprössling spürte die ersten Sonnenstrahlen bereits und die milde Wärme gaben ihm zusätzliche Kraft sich immer weiter der Sonne entgegen zuschieben. Langsam, Stück für Stück, immer weiter …  Geschafft! Jetzt konnten sich endlich die ersten weichen Blättchen entfalten und zum ersten Mal so richtig die wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Die Freude war so groß, dass das zierliche Grün am liebsten gerufen hätte: „Hallo Welt, hier bin ich. Schaut nur, was ich geschafft habe.“ Könnten Pflanzen reden, wer weiß, vielleicht würden sie wirklich einen solchen Ausruf von sich geben.

Nach einer kurzen Verschnaufpause, hieß es wieder neue Kräfte sammeln und weiter wachsen. So wurden die ersten beiden Blättchen langsam größer und jeden Tag kamen jetzt neue Blätter hinzu. Fein gefiedert und hübsch anzusehen. So konnte das immer noch recht zarte Pflänzchen mehr Sonnenenergie tanken und auch die Wurzeln wurden immer kräftiger, denn bald würde sie noch mehr Energie brauchen, hatte sie doch noch großes vor.

In in der milden Frühlingssonne präsentieren sich hier Lerchensporn und Buschwindröschen

Zum Glück war der Wald zu dieser Zeit noch lichtdurchflutet, die großen im Sommer schattenspendenden Bäume hatten noch kein Laub. Das war gut so, denn ohne die direkte Wärme der Sonne hätte es das zarte Pflänzchen schwer zu wachsen und zu gedeihen.

Endlich, der große Tag war gekommen. Das einst so zarte Grün war zu einer frechen, kräftigen Pflanze herangewachsen. Nun war es Zeit für die Fortpflanzung, Zeit die Bienen mit hübschen Blüten anzulocken. Die ersten Blütenknospen waren bereits zu erkennen. Ein warmer, sonniger Tag und sie würde ihre Blüten öffnen. Doch das Wetter meinte es nicht gut mit ihr. Regen und Schnee wechselten sich ab und ein eisiger Wind pfiff durch den Wald. Also „duckte“ sich das Pflänzchen so gut es ging und hoffte auf besseres Wetter.

Nach einigen Tagen setzte sich zum Glück wieder mildere Luft durch und auch die Sonne ließ sich endlich wieder blicken. Jetzt war ihr großer Tag gekommen: Das Buschwindröschen und mit ihr viele ihrer Verwandten öffneten voller Freude ihre kleinen weiße Sternenblüten und tauchte den lichten Waldplatz in strahlendes Weiß, hieß die ersten Bienen herzlich willkommen. Das Gesumm und Gebrumm tat ihr gut, so waren selbst die größten Anstrengen der letzten Wochen ruckzuck wie weggeblasen.

Ganz besonders freuten sie und ihre Verwandten sich, wenn nicht nur Bienen sie besuchen kamen und halfen ihr Fortbestehen zu sichern. Sie freuten sich auch über Menschen die stehen blieben und das weiße Blütenmeer bewunderten und sich daran erfreuten. Es störte sie auch nicht, wenn man ihnen ein, zwei Blüten abpflückte.  Zum Glück waren ja genug davon da.

(c) Foto Heidrun Lutz - Buschwindröschen

* Kleiner Steckbrief zum Buschwindröschen *

Das Buschwindröschen, ein Hahnenfußgewächs, ist recht weit verbreitet in Deutschland und am besten am Gehölzrand/Gebüsch und im Laubwald zu finden, zuweilen auch verstreut auf Wiesen und an Wegrändern. Es ist mehrjährig und 5-20 cm hoch. Die Blüten sind etwa 2-4 cm groß. Es ist eines der ersten blühenden Wildblumen. Bei günstiger Witterung blüht es oft schon im Februar. Also am besten schon jetzt die Augen offen halten.

Die ersten wilden Frühlingsboten sind übrigens schon da: Die Hasel steht bereits in Blüte, Weidekätzchen sind zu sehen, Veilchenknospen findet man bereits (an geschützten Stellen), die ersten Blätter des Scharbockskraut kann man entdecken und vereinzelte blühende Gänseblümchen ebenso, die ich sogar schon Ende Januar auf Wiesen entdeckt habe.

© Heidrun Lutz

Update 11. März 2011: Hier noch eine schöne Ergänzgung zu meiner kleinen Geschichte „Das NABU-Foto des Monats März“ – Weiße Grazien auf dem Waldboden.

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2 Gedanken zu “Zum nahenden Frühling: Es war einmal ein zartes …

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