Wilde Schönheiten für unsere Gärten, Balkone und Terrassen

Heute Morgen hatte ich das große Glück zwei Kranichtrupps Richtung Osten fliegen zu sehen. Man sagt ja, dann ist der Frühling nicht mehr weit. Nun ja, warten wir es ab. Schön wäre es, denn ich kann es schon gar nicht mehr abwarten, bis es endlich wieder grün und bunt wird 😉 …

Foto (c) Heidrun Lutz - Verwilderte Schneeglöckchen

Immerhin die Schneeglöckchen blühen bereits, die Haselblüten und auch die Weidekätzchen … Und, schaut  man etwas genauer zu seinen Füßen, lassen sich zwischen dem Herbstlaub und den anderen vertrockneten Pflanzenresten, die ersten zarten Blättchen an geschützten Stellen entdecken.

Alle Pflanzenliebhaber/innen können es sicher gut nachvollziehen, sobald es ein weniger milder wird, die Sonne scheint, können wir uns spätestens Anfang März kaum noch zurückhalten. Dann juckt es mächtig in den Fingern ;-). Man möchte raus, in den Garten, ran die die Kübel und Balkonkästen. Das abgefrorene Pflanzenmaterial entfernen und schauen, wie und was gut durch den Winter gekommen ist. Wenn man es dann gar nicht mehr aushalten kann, bis das erste Grün sprießt, nichts wie in die Gärtnerei oder in die Gartenabteilungen der Baumärkte und Frühlingsblumen einkaufen. Doch halt! Müssen es unbedingt wieder die üblichen Zuchtprimeln sein, die oft für das erste Bunt sorgen?

Sie sind hübsch anzusehen, keine Frage. Aber wie wär’s stattdessen mit echten, heimischen Schlüsselblumen? In gut sortierten Gärtnereien (siehe auch meine Links für Pflanzenshops) findet man auch diese heimische wilde Primel. Aber bitte auf den exakten lateinischen Namen (Primula veris, Syn.: Primula officinalis) achten, denn sonst ist nicht garantiert, dass es wirklich heimische und damit auch für Wildbienen & Co. wertvolle, Exemplare sind.  Allerdings muss ich gestehen, bis sie schöne gelbe Teppiche bilden, können drei Jahre vergehen, aber dann … Also ein bisschen Geduld ist gefragt. Es lohnt sich. Glauben Sie mir. Dafür vermehren sie sich in aller Regel leicht und willig, so dass je nach Platzangebot dafür meist nur wenige Pflanzen gekauft werden müssen.

In freier Natur sind Schlüsselblumen leider sehr selten geworden. Ich gehe zwar davon aus, dass es jeder weiß, weise aber noch mal darauf hin, bitte keine Wildpflanzen aus der Natur mit nach Hause nehmen. Viele Arten stehen unter Naturschutz. Deshalb bitte nur in qualifizierten Gärtnereien die Echte Schlüsselblume und alle anderen Wildblumen kaufen. Wenn sie sich dann ordentlich vermehrt haben, vielleicht mögen Sie dann auch mit anderen Wildblumenliebhabern Pflanzen tauschen. Das macht Spaß, sorgt für Vielfalt und ist günstig.

Neben Schlüsselblumen gibt es viele andere schöne wilden Frühlings-Schönheiten, die jedem naturnah angelegten Garten gut stehen, wie zum Beispiel: Lungenkraut, Leberblümchen, Winterlinge, wilde(!) Krokusse, Wildtulpen, Huflattich, Scharbockskraut, Buschwindröschen, Küchen (oder Kuh-) schelle, Lerchensporn, Schachbrettblume, (Duft-)Veilchen …

Was viele Menschen nicht wissen, dass sich die meisten Wildblumen (ob Frühlings- oder Sommerblüher) auch bestens in Kübeln und Balkonkästen kultivieren lassen. Ja, sie kommen sogar meist besonders gut mit den oft extremen Bedingungen zurecht. Denn viele Wildblumen sind bestens für trockene Böden, Wind usw. gerüstet und nehmen Pflegefehler auch nicht gleich übel ;-). Somit sind sie auch für Anfänger interessant. Ein weiterer Vorteil, Balkonkästen müssen nicht jedes Jahr neu bepflanzt werden. Man kann die Kästen von vornherein so anlegen, dass immer etwas blüht. Ja, auch das geht mit Wildblumen.

Eine Idee für einen Südbalkon: Kartäusernelke (Magentafarben), rundblättrige Glockenblume, Blutstorchschnabel dazu vielleicht noch ein trockenheitsverträgliches Gras wie der Blau-Schwingel (Festuca Glauca) ein paar hübsche Steine und fertig ist eine schöner Wildstauden-Kasten. Auch für eher kühle und schattige Plätze gibt es Möglichkeiten mit Sumpfgräsern, Farnen und Sumpfdotterblumen einen hübschen Kasten oder Kübel herzurichten.

Eine meine Lieblings-Frühlingsblüher ist die Zypressenwolfsmilch. Sie hat schöne gelbe Blütendolden und duftet intensiv nach Honig. Wunderbar. Ja, auch das gibt es. Wildblumen mit betörendem Duft.

Hier noch einige Tipps für viel Freunde mit den wilden Schönheiten …

Tipp 1: Wenn Sie die Wildblumen nach der Blüte auf Handbreite abschneiden blühen sie fast immer ein zweites Mal, wenn auch weniger umfangreich. Denn ihr Bestreben ist es, ihre Art zu erhalten.

Tipp 2: Ideal für Balkonkästen oder Kübel für die meisten Wildblumen/-pflanzen ist eine Erdmischung zu gleichen Teilen aus Gartenerde, Humus, Sand. Bitte niemals torfhaltige Erde verwenden. Zum einen, trocknet diese Erde einmal völlig aus, ist sie nicht mehr in der Lage Wasser zu speichern und Torfabbau trägt natürlich zum Sterben der Moore bei, ein wichtiger Lebesnraum für spezialisierte Tiere und Pflanzen. Deshalb, wenn Sie keine Möglichkeit haben Gartenerde zu verwenden, bitte nur Erden ohne Torf kaufen. Die Natur dankt es Ihnen.

Tipp 3: Gießen und Düngen beides nur sparsam. In der warmen/heißen Jahreszeit lieber nur 2-3 mal pro Woche ausgiebig wässern, als jeden Tag. Frisch eingetopft müssen sie keinen extra Dünger zufügen. Im ersten Jahr nach der Pflanzung (im Frühjahr) können Sie z.B. die obere lockere Erde entfernen und durch frische ersetzen und etwas Hornspäne oder ein anderes natürlich, organisches Düngematerial dazugeben und das dann jedes Jahr wiederholen. So halten es Ihre Wildblumen viele Jahre aus. Lässt das Wachstum, die Blüte deutlich nach, können Sie die Pflanzen teilen und wieder neu eintopfen.

Tipp 4: Die beste Pflanzzeit ist das zeitige Frühjahr (Herbst geht auch).

Übrigens sonnenliebende Wildblumen lassen sich auch sehr gut mit Kräutern aus dem Süden kombinieren, z.B. Thymian, Oregano – oder auch mit Mauerpfeffer.

Sie sehen, Wildblumen sind nicht nur schön anzusehen, sie sind nützlich für viele Insekten und damit auch für unsere Vögel, sind robust und leicht zu pflegen und sehr kostengünstig im „Unterhalt“. Was will man mehr 🙂 ?

Foto (c) Heidrun Lutz "Wildblumen auf dem Balkon"

Lesetipp, zwei meiner Lieblingsbücher: Wildblumen für Töpfe und Schalen und Wildpflanzen für jeden Garten – beide von Reinhard Witt (auch seine sehr informative Websiteist auf jeden Fall einen Besuch wert).

Und hier noch ein Linktipp: PDF-Broschüre Lebendige Gärten

>> Update 10. Aug. 2011 <<
Lest auch meinen Gast-Beitrag im tip-magazin „Wildblumen für den Topfgarten“

 

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2 Gedanken zu “Wilde Schönheiten für unsere Gärten, Balkone und Terrassen

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