Nicht nur hübsch anzusehen: Gänseblümchen …

… ja, man kann sie sogar essen.

Jetzt wo der Frühling deutlich hörbar (Meisen & Co. pfeifen es buchstäblich von den Dächern) und auch langsam auch sichtbar wird (erste zarte Blättchen des Frauenmantels, Scharbockskrauts, Gundermanns und viele weitere Wildkräuter und -blumen sind bereits zu entdecken) findet man auch immer öfter blühende Gänseblümchen. – Ja, sogar an einem der milden Tage im Januar habe ich bereits ein blühendes Gänseblümchen auf einer Wiese entdeckt.

(c) Foto "Gänseblümchen" Heidrun Lutz

Nun möchte ich Ihnen Gänseblümchen (lat. Bellis perennis) als essbare kleine Schönheit vorstellen. Zum Beispiel als Beigabe zu einem Wildkräutersalat. Denn bleibt es mild und gibt es vielleicht noch ein wenig Regen dazu, sprießt das Grün recht fix empor, so dass schnell genügend Kräutlein für einen Salat gesammelt werden können. Wichtig: Aber bitte nur dort sammlen, wo Sie sicher sein können, dass keine Pestizide gespritzt wurden, nicht an viel befahrenen Straßen. Und auch keine Blüten oder Blätter der Zuchtvarianten aus den Gartencentern essen, da man nie sicher sein kann, mit was diese Pflanzen behandelt wurden.

Gänseblümchen finden Sie vor allem in nährstoffreichen Wiesen. Wenn ihr Rasen nicht allzu gepflegt ist, meist auch dort, in großer Menge ;-). Also warum, die hier ja meist unerwünschten Blümchen, nicht einfach aufessen? 😉

Die jungen Blätter des Gänseblümchens, auch als Maßliebchen bekannt, schmecken leicht nussig. Die Blütenköpfe und auch die Knospen kann man ganzjährig sammeln, am besten jedoch im Frühjahr. Die Blattrosetten lassen sich ähnlich wie Feldsalat zubereiten oder Sie können einzelne Blätter, grob gehackt als Würze (schmecken angenehm pikant) mit anderen Kräutern unter einen grünen Salat mischen oder, wie bereits erwähnt, zu einem Wildkräutersalat dazugeben.

Auch in einem Frühlingsquark schmecken die gehackten Blätter fein. Sogar als Wildgemüse mit Spinat und Brennesselen kann man sie verarbeiten. Und, natürlich machen die ebenfalls essbaren Blüten auf div. Speisen als Dekoration eine wunderschöne Figur. Was eher weniger bekannt ist, dass die geschlossenen Blütenknospen sich auch als Kapernersatz eignen.

Wer Kapern mag, hier eine Variante mit den Knospen des Gänseblümchens:

Gewünschte Menge Knospen über Nacht in Salzwasser einlegen. Am nächsten Tag vorsichtig auf Küchenpapier legen und trockentupfen und in ein sauberes Schraubglas füllen, evtl. noch ein paar Pfefferkörner dazugeben. Dann Weißweinessig aufkochen und abkühlen lassen und damit die Knospen bedecken. 2-3 Tage ruhen lassen. Essig abgießen und noch einmal aufkochen, abkühlen lassen und wieder die Knospen damit begießen (müssen vollständig bedeckt sein). Glas verschließen und 3-4 Wochen im Kühlschrank durchziehen lassen.

Kapernersatz können Sie z.B. auch mit den Knospen des Scharbockskrauts herstellen.

Das obige Rezept stammt aus dem empfehlenswerten Buch „Wildfrüchte und Wildkräuter“ von Gertrud Scherf und ist im blv Verlag erschienen.

Übrigens, das Gänseblümchen ist auch eine bekannte Heilpflanze, wird allerdings nur noch wenig eingesetzt. Es wird ihm eine gewisse stoffwechselanregende, harntreibende Wirkung nachgesagt. Und in der Antike galt es als hervorragendes Wundmittel.

Auch interessant: Im Volksglauben war das Gänseblümchen der Göttin Freya gewidmet, der Göttin des Frühlings, der Auferstehung und der Fruchtbarkeit. Im christlichen Glauben wurde es der Jungfrau Maria zugesprochen (daher wohl auch der Name Marienblume).

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