Was duftet denn da?

In einigen Beiträgen bin ich ja schon auf duftende Wildblumen, -sträucher bzw. Bäume eingegangen. Leider wissen viele Menschen nicht, zumindest ist das meine Erfahrung, welch herrliche Düfte so manches unscheinbare Blümchen bereit hält.

Leider wird auch in vielen Büchern über Wildblumen nichts zum Duft geschrieben. Und so widme ich mich heute einmal den wilden heimischen Duftern.

(c) Foto Heidrun Lutz „Duftende Wildblumen/-blüten)

Hier eine Auswahl, die ich in meinem „Dunstkreis“ (östl. Wetterau/Hessen) entdeckt habe (die Monatsangaben beziehen sich auf die Blüte und damit Duftzeit). – Wobei in diesem Jahr eigentlich alles früher ist. So blühen die Hundsrose und der Holunder beispielsweise schon seit etwa zwei Wochen.

  • Duftveilchen – März bis April (Duft dürfte bekannt sein) – weiß
  • Traubenkirsche – April (süß) – blau-violett
  • Maiglöckchen – April bis Mai (kennt wohl jeder) – weiß
  • Zypressenwolfsmilch –  April bis Juli (intensiv nach Honig) – gelb
  • Diptam – Mai bis Juni (aromatisch zitrusartig) – weiß/rosa
  • Echte Kamille – Mai bis Sep. (süß und beruhigend) – weiß
  • Wiesen- und echtes Labkraut –  Mai bis September (intensiv süß-blumig) – weiß bzw. gelb
  • Hundsrose – Juni (zart blumig) – weiß, creme bis blass rosa
  • Holunder – Juni (süßlich, manchmal auch ein wenig unangenehm aufdringlich, zumindest in geschlossenen Räumen) – gelblich weiß
  • Deutsches/Wald-Geißblatt –  Juni bis Aug. (schwer honig-süß) – creme bis sandfarben
  • Echtes Mädesüß –  Juni bis Aug. (fein blumig-süß) – weiß bis creme
  • Wald-Ziest – Juni bis Aug. (nach Gummibärchen finde ich) – dunkles pink bis hellviolett
  • Winter- und Sommerlinde – Juni bis Juli („berauschend“ schwer-süß, vor allem die Winterlinde, wenn ich mich recht erinnere) – weiß bzw. pastellgelb
  • Gewöhnlicher Liguster – Juni bis Juli (angenehm zart süßlich) – weiß
  • Acker-Kratzdistel – Juni bis September (intensiver, leicht fruchtiger Blütenduft) – hellviolett
  • Baldrian – Juni bis September (kennen sicher  auch die meisten, angenehm beruhigend) – weiß bis hellrosa
  • Schwarzer Geißklee – Juni bis Juli (schwer, süß und sehr intensiv) – gelb

Evtl. könnte ich noch den Waldmeister mit aufnehmen, obwohl ja nur die Blätter duften (besonders wenn sie welk werden). Genau genommen müsste ich dann auch andere Kräuterdüfte der Liste hinzufügen wie z. B. die Knoblauchsrauke und den Bärlauch. Aber das lasse ich jetzt. Mir ging es heute vor allem um süßliche, blumige Düfte.

(c) Foto Heidrun Lutz „Strauß von Labkraut und Gilbweiderich“

Tipp 1: Einfach mal beim nächsten Spaziergang die Nase an die Blüten halten. Ich denke, es wird so mancher überrascht sein, welch feine Düfte einem um die Nase wehen können 🙂

Tipp 2: Viele der Blüten lassen sich z.B. zu Tees, Blütensalz oder –zucker und zu weiteren leckeren Köstlichkeiten verarbeiten. Demnächst mehr dazu.

Übrigens: Bei mir duftet es gerade herrlich süß vom Wiesen-Labkraut 🙂

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4 Gedanken zu “Was duftet denn da?

  1. Am allerbesten von allen Wildpflanzen duftet Lunaria rediviva, die Mondviole. Ich wusste vorher nicht, dass Pflanzen so herrlichen Duft entwickeln können. Aber Traubenkirschen sind auch ein Erlebnis. Du hast einen schönen Blog!
    LG, Katrin

    1. Ja, in der Tat der Duft der Mondviole ist unglaublich. Allerdings wächst sie bei uns nicht wild, habe sie zumindest noch nirgendwo entdeckt und daher hier nicht aufgeführt. Schön, dass Du sie erwähnst. Für alle, die die Mondviole nicht kennen, hier kann man sie z.B. bestellen: http://www.syringa-pflanzen.de/shop/products/de/Duftpflanzen-Kraeuter-Pflanzen/Pflanzen-L/Lunaria-rediviva-Mondviole-Wildes-Silberblatt.html

      Als ich zum ersten Mal den Waldziest roch, war ich sehr erstaunt über den fruchtigen, Gummibärchen-ähnlichen Duft 🙂

      Freut mich, dass Dir mein Blog gefällt.

      LG, Heidrun

  2. Früh im Jahr verströmt auch der Gewöhnliche Seidelbast, Daphne mezereum, seinen intensiven Duft.

    LG Bernhard

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