Johanniskraut – ein echtes Multitalent

Wer in den letzten Wochen öfters in Feld und Flur unterwegs war, hat sicher auch Johanniskraut entdeckt. Die leuchtenden gelben Blüteninseln fallen schon von weit her auf. Meist findet man es am Wegsrand, am liebsten in voller Sonne. Aber auch leicht absonnig/halbschattig in ungemähten Wiesen ist Johanniskraut anzutreffen.

Es ist bei div. Insekten sehr beliebt, aber seit einer Ewigkeit auch bei den Menschen. Johanniskraut ist ein uraltes Heilmittel.

(c) Foto Heidrun Lutz - "Johanniskraut"

Das obige Bild zeigt das Tüpfel- oder Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum). Es ist eine mehrjährige Pflanze, die etwa 50 cm hoch wird, aber auch größer sein kann. Im Garten gedeiht das Johanniskraut am besten in seinem gewohnten „Umfeld“ – in eher magerem Boden, an einem sonnigen Standort. Auf diese Weise kann man sicher sein, dass keine Herbizide oder andere Chemie auf der Pflanze haftet, was ja wichtig ist, wenn die Pflanze für Tinkturen und andere Mittelchen verwendet werden soll.

Es wird das blühende Kraut geerntet. Oberhalb der verholzten Stelle wird es abgeschnitten und kopfüber in kleinen Bündeln an einem luftigen, schattigen Ort zum trocknen aufgehängt. Am besten erntet man vormittags an einem sonnigen, trockenen Tag. Dann hat die Pflanze die meisten Inhaltsstoffe gespeichert. So konserviert eignet es sich z.B. für Teemischungen.

Das Kraut lässt sich auch frisch verarbeiten – zum Beispiel in einem guten Öl eingelegt. Hilfreich für Einreibungen bei Ischias, Hexenschuss usw. Oder zusammen mit anderen Kräutern lässt sich ein feiner „medizinischer“ Würzwein ansetzen. Eine Besonderheit ist, dass Johanniskraut rot färbt. Johanniskraut-Öl wird satt rot und sieht wunderschön (und wärmend) aus.  Besser lässt sich der Sommer wohl kaum einfangen, oder?

Seit alters her wurde Johanniskraut eingesetzt gegen Ischiasprobleme, Hexenschuss, Gicht, Rheuma, Muskelschmerzen, Brand- und andere Wunden – vor allem als Einreibung. Innerlich wurde und wird es eingesetzt bei Niederge-
schlagenheit & Stress (der Wirkstoff Hypericin wirkt nervenberuhigend), Husten, Krämpfen, Durchfall und einiges mehr.

Zu beachten: Wer Johanniskrautprodukte verwendet, erhöht die Lichtem-
pfindlichkeit der Haut. Man sollte dann besser die Sonne meiden, um keinen Sonnenbrand zu riskieren. Besonders Menschen mit empfindlicher Haut sollten vorsichtig sein.

Auch in der Mythologie/im Brauchtum hat das Johanniskraut seit Urzeiten eine große Bedeutung. Mehr dazu lesen Sie z. B. hier >>>

Ein schönes Buch zu Heilpflanzen ist „Das praktische Buch der Heilpflanzen“ von Manfred Bocksch (Kennzeichen, Heilwirkung, Anwendung, Brauchtum). Er-
schienen im BLV-Verlag. Leider ist es nach meinen Recherchen nicht mehr verfügbar bzw. bieten es zwei Anbieter bei amazon für einen unverschämten Preis an. Ähnlich dürfte dieses Buch sein, das unter gleichem Titel, vom gleichen Autor, ebenfalls beim BLV herausgegeben wird: www.blv.de

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2 Gedanken zu “Johanniskraut – ein echtes Multitalent

  1. Hallo,

    danke für die tollen Hinweise. Ich habe gerade selber 4 Eimer Johanneskraut geerntet. Man kann es auch einfach kauen als Stimmungsaufheller. Allerdings hat man hinterher blaue Zähne:-( Die Blüten sind einfach wunderschön.

    Es kann übrigens auch unterstützend bei einer Therapie gegen Bluthochdruck eingesetzt werden.

    Sonnige Grüße

    Ginger

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