Ein einzigartiges Naturschauspiel: Weißstörche direkt vor meiner Haustür

Heute am frühen Abend habe ich nicht schlecht gestaunt. Mein Lebensgefährte kommt gerade zur Tür herein und ruft gleich „Heidrun, komm mal schnell nach draußen, ich muss Dir etwas zeigen.“ Ich denke, was hat er es denn so eilig … Will er mich auf die Rolle nehmen? 😉

Nun gut. Ich lasse alles stehen und liegen und laufe ihm hinterher. Einige Meter über den Hof, hin zur angrenzenden Wiese. Schon ruft er: „Hier sind Störche!“ Aha, alles klar. Er will mich veräppeln 😉 Hier gibt es doch keine Störche. Oder etwa doch?! Ich klettere mit meinen rutschigen Hausschühchen auf einen dicken Stein – für eine bessere Sicht. Hoch oben auf dem Findling angekommen, staune ich nicht schlecht: es sind in der Tat Weißstörche, und nicht gerade wenige.

Hin und wieder sehe und höre ich hier zwar mal einen Schwarzstorch. Es gibt sowohl im Büdinger Wald, als auch im Gebiet rund um den Niedermooser See einige Tiere. Aber Weißstörche gibt es hier (eigentlich) nicht. Ich bin zugegebenermaßen etwas irritiert.

Foto (c) Heidrun Lutz „Weißstörche im Flug“

Es sind etwa 40 Tiere, die sich an einem reich gedeckten Tisch laben. Denn die Wiese und weitere auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden bzw. werden gerade gemäht. Feldheuschrecken, Mäuse und anderes Getier ist aufgescheucht, es gibt sie hier massenweise. Bin gespannt, ob es heute Abend noch „grillt“ oder die Störche kurzen Prozess gemacht haben und es still sein wird.

23.30 Uhr: Ich traute vorhin meinen Ohren kaum, es war heute Abend im Gegensatz zu all den vorangegangenen Nächten mucksmäuschen still. Kein Zirpen. Nichts. Sollten die Störche wirklich alle verputzt haben? Oder haben sich die Verwandten von „Flip“ einfach nur verkrochen? Hm … Dafür duftet es jetzt herrlich nach „grünem“ Heu.

Dieses einzigartige Naturschauspiel hatte sich schnell im Ort herumgesprochen. Und binnen kürzester Zeit waren etliche Leute, viele mit Kindern, zu Fuß, zu Rad und mit dem Auto herangefahren und knipsten was das Zeug hielt. Auch ich hatte meine Kamera geholt und schoss einige Bilder.

Die Störche schien dies alles überhaupt nicht zu stören. Sie gingen in aller Seelenruhe der Nahrungsaufnahme nach und ließen sich die Leckereien schmecken. Einzig die drei Stuten auf einer Koppel nebenan rannten wild durch ihr „Zuhause“, so dass ich schon Bedenken hatte, dass sie ausbrechen könnten. Aber es ging alles gut. Sie haben sich nach einer Weile wieder beruhigt.

Nachbars Katze streife auch munter zwischen den Störchen umher. Als wäre das die normalste Sache der Welt. Die Katze ließ sich nicht von den imposanten Tieren beeindrucken. Und den Störchen war es offensichtlich auch völlig gleichgültig, dass zwischen ihnen eine Katze umherstreife und nach Mäusen suchte.

Leider fiel meine Fotoausbeute etwas mager aus, da ich kein Tele habe  (bin halt auf Makro fokussiert) und die Tiere schon noch einige Meter entfernt waren. Für ein näheres „anpirschen“ hatte ich leider keine Zeit. Schade. So konnte ich keine schönen Großaufnahmen machen.

Foto (c) Heidrun Lutz „Storchenfamilie“

Ein, wie ich vermute, Elternpaar mit seinem Jungen (ein Storch war noch etwas kleiner und hatte auch noch nicht das schöne schneeweiße Gefieder) blieb noch lange auf der Wiese vor unserer Nase, als die anderen schon längst auf die Wiese gegenüber „umgezogen“ waren und kamen sogar ein Stück auf uns zugelaufen …

Es gibt zwar einige Weißstörche rund um Altenstadt/Düdelsheim/Ranstadt. Das ist etwa 20-30 km von hier entfernt, aber hier wurden noch nie Störche gesichtet. Ich vermute, da in diesem Jahr die Wiesen sehr spät gemäht wurden, das Wetter machte den Landwirten stets einen Strich durch die Rechnung, und jetzt, da die Zeit des sich Vollfressens für die lange Reise angesagt ist, flogen sie gen Norden, Richtung Vogelsberg. Woher sie wussten, dass der Tisch hier und gerade heute reich gedeckt ist, bleibt ihr Geheimnis.

Interessant finde ich auch, dass sich gleich an ganzer Trupp eingeflogen ist.

Tja, so ist das mit dem Wetter. Des einen Freund, des anderen Leid. Denn in diesem Jahr haben die Störche von dem sehr warmen Frühjahr eindeutig profitiert. Soweit ich weiß haben „unsere“ Störche alle oder fast alle Jungen durchgebracht.

Ich bin gespannt, ob diese wunderschönen Tiere noch einmal zu einer Stippvisite kommen, wenn endlich die Weizenfelder abgeerntet werden. Ich werde berichten.

Wer weiß, wenn man abergläubisch ist, dann gibt es wohl bald ordentlich Nachwuchs 😉

Foto (c) Heidrun Lutz „Weißstörche“

16. August 2011

Heute Morgen habe ich schon wieder gestaunt, denn einige der Weiß-
störche, etwa 12 Tiere,  sind noch immer hier.  Sie „wandern“ zwischen den Wiesen hin und her. Es kommt ihnen offenbar besonders zugute, dass der hiesige Landwirt das Gras frisch gewendet hat und so die Feldheu-
schrecken & Co. aufgescheucht, also leichte Beute sind. Einen Storch habe ich sogar dabei beobachtet, wie er eine Maus verspeist hat. Zwei, drei mal *würg“ und weg war sie. Na Mahlzeit 😉

Teilweise stehen die Tiere dicht am Straßenrand. Und, so kommt es, dass immer wieder Autos stehen bleiben und die Leute diesen seltenen Anblick genießen. Es ist aber auch zu schön, diese majestätischen Tiere beim eleganten Stolzieren durch die Wiese zu beobachten. Noch imposanter finde ich es, wenn sie zum Landen hereingleiten. Traumhaft. Da kann ich gar nicht genug von bekommen. Könnte glatt meine Arbeit vergessen und den ganzen Tag Störche beobachten. Denn, wer weiß, wann oder ob sie mal wieder bei uns einfliegen die eleganten Riesen der Lüfte. Sie werden immerhin etwa einen Meter groß!

Die Größe und das immer wieder Auffliegen und in die Wiese gleiten, macht die drei Pferde auf der dazwischen liegenden Weide sichtlich nervös. Entweder stehen sie wie gebannt oder sie rennen plötzlich wieder los.

Ich bin gespannt, ob die Kinderbringer noch länger bleiben und mir vielleicht doch noch ein schönes Foto, eine Nahaufnahme gelingt.

Überwältigt von den Weißstorchen, soll aber auch der viel seltenere und scheuere Schwarzstorch nicht zu kurz kommen. Mehr dazu (und meinem Engagement) lest Ihr hier: 4plusmarketingservice.wordpress.com

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4 Gedanken zu “Ein einzigartiges Naturschauspiel: Weißstörche direkt vor meiner Haustür

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