Ein Naturdenkmal zwischen Wetterau und Vogelsberg

Obwohl ich schon des Öfteren daran vorbei gelaufen bin und auch Fotos zu verschiedenen Jahreszeiten gemacht habe, habe ich mir erst vor kurzem die Mühe gemacht und bin über die Wiese gelaufen, um mir die stattliche Eiche endlich einmal von nahem anzusehen. So nah, von den Augen nicht mehr im Ganzen erfassbar, ist sie noch viel imposanter, als ich dachte.

(c) Foto Heidrun Lutz

Um sie zu umfassen braucht es etwa zweimal meine ausgebreiteten Arme. Das heißt, die Eiche hat einen Stammumfang von etwa 3,20 Meter. Nicht schlecht dachte ich mir, das gute Stück dürfe schon einige Jahre auf dem Buckel haben.

Einmal um den Baum herumgelaufen, fiel mir noch etwas auf, die Eiche ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Jetzt war meine Neugier so richtig geweckt und ich recherchierte noch am gleichen Tag im Internet, um Informationen über die Eiche und ihr ungefähres Alter zu finden, was gar nicht so einfach war.

Mich interessierte zum Beispiel, wer sie gepflanzt hat? Was war der Grund, sofern es einen gab? Leider wurde ich hierzu nicht fündig. Fand aber immerhin einige interessante Informationen zur Geschichte des Ortes Bindsachsen, an deren Rand die Eiche steht.

Der Ort gehört zu der kleinen Gemeinde Kefenrod und liegt gerade noch so im Wetteraukreis (Hessen). Bereits zwischen 500 und 800 n. Chr. gab es hier erste Ansiedlungen, urkundlich erwähnt wird der Ort allerdings erst 1286.

Nur zwei Ortschaften von Bindsachsen entfernt steht z. B. eine weitere mächtige alte Eiche am Ortsausgang von Helfersdorf (ebenfalls ein Ortsteil von Kefenrod). Von dieser Eiche existiert sogar eine Zeichnung von Ludwig Emil Grimm (jüngerer Bruder der Gebr. Grimm) aus dem Jahre 1820. Auf dem Bild erkennt man die Eiche am Weg und im Hintergrund die Pfarr- und Wehrkirche Sankt Gangolf in Hitzkirchen.

(c) Foto Heidrun Lutz

Soweit die kleine geschichtliche Exkursion.

Nach meinen Recherchen dürfte die Eiche um die 250 Jahre alt sein. – Das Alter eines Baumes lässt sich grob aus seinem Umfang in Zentimeter in ca. 1 Meter Höhe errechnen, indem man diesen mit einer bestimmten Zahl multipliziert. Bei Eichen ist es der Faktor 0,8 = ca. 250 Jahre.

Einmal mehr erstaunen mich Bäume, insbesondere solche alten Riesen. Was könnten sie uns für Geschichten erzählen.

In der Eiche ist sogar eine Nisthöhle, die einen Waldkauz beherbergt.

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2 Gedanken zu “Ein Naturdenkmal zwischen Wetterau und Vogelsberg

  1. Du beschreibst sehr schön, wie man mehr erfährt, wenn man einfach einmal genauer hinsieht und sich näher mit etwas beschäftigt. So wird Geschichte lebendig!

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