Löwenzahn, Kuhblume, Butterblume, Pusteblume

Es ist wieder soweit, seit einigen Tagen leuchten die gelben Blüten des Löwenzahns mit dem blühenden Raps um die Wette. Und, an so einem trüben, dunklen Tag wie heute, ist das leuchtende Gelb eine Wohltat fürs Auge und ein kleiner Sonnenersatz.

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Vor allem im Garten und Rasen ist der Löwenzahn ja meist unerwünscht und wird oft als „Un“kraut betrachtet und bekämpft. Schade, wie ich finde. Denn auch der Löwenzahn hat wie die meisten unserer heimischen Wildblumen und –kräuter einiges zu bieten.

Der gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) gehört zu den Korbblütlern und ist mehrjährig. Der gebräuchlichste Name Löwenzahn rührt, wie sicher viele wissen, von den gezahnten Blättern her. Die Blüten sind im Durchschnitt etwa 3-5 cm breit und sitzen auf 10 bis 50 cm hohen Stängeln mit Milchsaft. Bevorzugt wächst Löwenzahn auf Fettwiesen, er ist Stickstoffliebend und so eine gute Zeigerpflanze für den Stickstoffgehalt im Boden. Aber auch in lichten Wäldern und an Wegrändern, in Pflastersteinfugen und Steinritzen ist er zu finden.

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Löwenzahn enthält u.a. Bitter- und Gerbstoffe, Inulin, Cholin und Vitamin C sowie div. Spurenelemente.

Im April und Mai können Blüten und Blätter gesammelt und getrocknet werden (für Tees). Oder frisch verwendet werden. Die Wurzeln erntet man im Herbst, da dann die meisten Inhaltsstoffe, vor allem Inulin enthalten sind.

In mittelalterlichen Kräuterbüchern und in der Volksmedizin wurde Löwenzahn als Mittel gegen Galle- und Leberleiden beschrieben  und als blutreinigende Frühjahrskur verwendet.

Löwenzahn, Löwenzahnblüte, Kugblume, Butterblume, Wissenswertes zum Löwenzahn, gelbe Wiesen im Frühling, wildeschoenheiten.wordpress.comDer ebenfalls gebräuchliche Name Kuhblume kommt von einem Volksglauben. Man glaubte, der Löwenzahn sei wegen seines weißen Milchsaftes ein gutes Mittel  für Kühe, deren Milch Hexen geraubt haben sollten 😉 Das Kraut wurde mit Kleie und Salz gemischt und den Kühen zum Fressen gegeben. Verbreitet war auch der Glaube, dass der Milchsaft Warzen „vertreibt“.

Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass Löwenzahn in der Tat die Galle-
sekretion fördert
. Und er wirkt aktivierend auf die Nieren und hat einen günstigen Einfluss auf das Bindegewebe.

In der Küche können die jungen, zarten Blätter in einem Wildkräutersalat verwendet werden. Auch kann ein Spinatähnliches Gemüse aus dem Blättern bereitet werden (evtl. mit Giersch und Brennessel kombinieren). Die jungen Blütenknospen können wie einige andere Wildblütenknospen als Kapernersatz in Essig eingelegt werden. Aus den Blüten lässt sich z.B. ein stoffwechselanregender Wein herstellen oder Löwenzahnhonig bzw. –sirup.

Man nehme für ein Sirup zwei Handvoll schöne, frisch erblüte Löwenzahn-
blüten (am besten Vormittags an einem trockenen, sonnigen Tag pflücken) ohne Stiel und grüne Teile in eine Salatschleuder geben, damit die kleinen tierischen Bewohner ausgeschleudert werden.

Pusteblume, Löwenzahn, wildeschoenheiten.wordpress.comDie gesäuberten Blüten mit einem ¾ Liter Wasser übergießen und über Nacht zugedeckt ziehen lassen. Dann aufkochen und ca. 15 Minuten leicht sieden lassen. Durch ein feines Sieb abseihen und das Löwenzahnwasser mit 750 g Zucker und dem Saft einer Zitrone so lange köcheln, bis eine sirupartige Flüssigkeit entstanden ist, sie Fäden zieht. In ein sauberes Schraubglas füllen und abkühlen lassen. Schmeckt lecker im Tee, als Honigersatz, in Desserts oder mit Wasser verdünnt als erfrischendes Getränk, evtl. noch mit einem zusätzlichen Spritzer Zitrone.

Ist der Löwenzahn verblüht und wird zur Pusteblume, haben vor allem Kinder ihren Spaß daran sich gegenseitig die kleinen Fallschirme zuzupusten 😉

Zum Schluss noch zwei Tipps:

1. Bitte nur von Wiesen ernten, die sicher nicht gespritzt wurden und nicht in der Nähe von stark befahrenen Straßen wachsen. 2. Bei empfindlichen Personen kann der Milchsaft Hautreaktionen hervorrufen.

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13 Gedanken zu “Löwenzahn, Kuhblume, Butterblume, Pusteblume

  1. Blühender Löwenzahn ist doch einfach nur wunderschön. Und Pusteblumen sind eine schöne Kindheitserinnerung. Löwenzahnhonig habe ich vor ein paar Jahren mal ausprobiert, aber dieses Jahr hatte ich nicht genug Zeit. Löwenzahntee ist relativ bitter, aber ein wirklich gutes Gallemittel für die Frühjahrskur.

    Liebe Grüße,
    Doris

    1. Genau. Bei uns ist es noch sehr gelb, nur vereinzelt gibt es Pusteblumen 🙂

      Witzig, dass wir beide quasi gleichzeitig einen Beitrag zum Löwenzahn veröffentlicht haben. Ist wirklich erstaunlich, wo sich „Dein“ Löwenzahn angesiedelt hat …

      1. Ja, ich fand das auch so cool. Ich habe den Löwenzahn im Vorbeifahren gesichtet (der Baum steht hier bei uns im Dorf) und dachte gleich, oh, das muss ich fotografieren. Wenn man ein bisschen mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man wirklich die erstaunlichsten Dinge. Und die Natur bietet einem ständig Überraschungen frei Haus. 😉

      2. Genau 🙂 Immer schön die Augen offen halten, die Natur hält so viele Kleinode bzw. Überraschungen bereit. Schön, dass wir uns dank Internet über den Weg gelaufen sind. Freue mich auf weiteren inspirierenden Austausch 🙂 Happy weekend!

        PS: Habe heute Waldmeister-Gelee gekocht. Hätte nur noch etwas mehr Waldmeister-Aroma haben können. Beim nächsten Mal hänge ich ein größeres Sträußchen in den Weißwein zum ziehen 😉

      3. … sage ich doch: Internet ist klasse! Ich freue mich auch auf den weiteren Austausch. Und jetzt hätte ich Lust auf eine Waldmeisterbowle … oder wenigstens einen grünen Wackelpudding! 😉

  2. Ich finde den Löwenzahn auch wunderschön, aber man muss aufpassen der Milchsaft gibt auf der Kleidung Flecken die man nicht mehr weg bekommt.Wunderschöne Fotos und sehr interessante Artikel. Danke

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