Zum ersten Mal entdeckt: Die schwarze Teufelskralle

Foto (c) „Schwarze Teufelskralle“ Heidrun Lutz

Gestern staunte ich nicht schlecht als ich auf einer gemähten Wiese etwas fast schwarz blühendes entdeckte, das sich so sehr deutlich von seiner Umgebung abhob.

Neugierig wie ich bin, ging ich zu der kleinen Pflanzengruppe, die sich rund um einen Baumstumpf, unter einer Linde, angesiedelt hatte. Einige Meter davor war mir schon klar, es muss die Teufelskralle sein, die ich bisher nur aus meinem Wildblumenbuch kannte. – Da sehr markant im Aussehen, eben fast Schwarz und auch die Blüte sehr ungewöhnlich für unsere heimische Flora, blieb sie in meinem Gedächtnis.

Seltsam, dass sie mir bisher noch nie aufgefallen ist. Denn ich gehe oft diesen Weg, an dieser Wiese vorbei. Ob sich die Pflanzen erst kürzlich angesiedelt haben? Oder wurden sie bisher immer abgemäht, bevor sie blühen konnten? Ich weiß es nicht. Umso schöner, dass ich sie nun entdeckt habe, denn die Teufelskralle ist zwar in ganz Mitteleuropa (nördlich der Alpen) anzutreffen, dennoch insgesamt selten und so steht sie unter „Schonung“. Offiziell geschützt ist sie jedoch nicht. In tieferen Lagen ist sie eigentlich nicht oder kaum anzutreffen, was meinen Fund noch außergewöhnlicher macht.

Kleiner Steckbrief: Die schwarze Teufelskralle (lat. Phyteuma nigrum) ist mehrjährig, wird etwa 20 bis 80 cm hoch. Die Blüten sind ährenförmig und tiefdunkelviolett und erinnern an Krallen. Sie wächst vor allem in Wäldern, Gebüschen und auf Bergwiesen bis in 1200 m Höhe. Sie liebt mäßig nährstoff-
reiche Lehmböden (Lehmzeiger), wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Hin und wieder trifft man sie auch in Parks oder wie hier auf einer Wiese unter Laubbäumen an. Sie blüht von Mai bis Juli.

Ich denke vor allem, weil sie sehr besondere Bodenansprüche stellt, ist sie zur Anpflanzung in Gärten eher ungeeignet. Ach ja, und sie ist verwandt mit den Glockblumengewächsen.

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15 Gedanken zu “Zum ersten Mal entdeckt: Die schwarze Teufelskralle

  1. Hallo Heidrun,
    das ist ja wirklich ein außergewöhnlicher Fund. Ich kenne die Teufelskralle nur als Bestandteil vom Rheumatee meiner Tante vor vielen Jahren. 😉 Ich glaube nicht, dass ich diese Pflanze schon mal in Natura gesehen habe. Wie Du schon an anderer Stelle geschrieben hast, vielleicht hat es was damit zu tun, dass insgesamt doch weniger gespritzt wird, dass so viele Pflanzen und Blumen „plötzlich“ wieder sichtbar sind, die man sonst nur noch aus der Kindheit gekannt hat.

    Schönen Feiertag Dir!

    Doris

    1. Hallo Doris,

      allerdings 🙂 Ist auch meine erste Teufelskralle in freier Wildbahn. Bzw. meine erste in Natura überhaupt! Ja, das kann durchaus sein, dass dieser Funde auch der Tatsache geschuldet ist, dass weniger gespritzt wird. Auf jeden Fall schön. Habe mich wie ein Schneekönig gefreut 🙂

      Dir auch einen schönen Feiertag. Ich hoffe, es ist bei Euch ebenso sonnig (nach frostiger Nacht).
      Heidrun

  2. Die heimischen Teufelskrallen sind nicht zu verwechseln mit der Afrikanischen, die in Rheumamitteln enthalten ist. Die Wurzeln können übrigens als Wildgemüse gegessen werden. Die ährige Teufelskralle , Phyteuma spicata ist im Alpenvorland und in den Bergen recht häufig anzutreffen.

  3. Ah, richtig, das habe ich schon mal gelesen mit der afrikanischen Teufelskralle. Naja, wie gesagt – das ist meine früheste Erinnerung an eine Pflanze oder Wurzel mit diesem Namen.
    Wenn es die heimische Teufelskralle im Alpenvorland häufig gibt, müsste es sie ja hier bei mir auch geben. Ich halte dann jetzt mal die Augen offen. 🙂

  4. ich wohne in Hessen, im Knüllgebirge. Habe die Teufelskralle auf unseren Wiesen auf großer
    Fläche blühen sehen. Tolle Pflanze!

    1. Wie schön. Ich habe die Teufelskralle vorher noch nie gesehen. Und es wachsen auch nur einige Pflanzen zerstreut an ein paar Plätzen rund um unser altes Wasserhäuschen. Ja, eine wunderschöne exotisch anmutende Pflanze, die man Deutschland kaum vermutet hätte!

  5. In meinem Garten wachsen mehrere hundert Schwarze Teufelskrallen. Ein Botaniker sagte mir, daß so eine große Anzahl von diesen Pflanzen in der Gegend um Bremen sehr selten ist.

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