Ein betörender Duft liegt in der Luft

Eine meiner Lieblingszeiten im Sommer ist die Zeit, wenn die Linden, genauer gesagt die Winterlinden, blühen. Schwer und süß sind die Duftwolken, man kann sie über 100 m und mehr erschnuppern (insbesondere, wenn der Wind richtig steht ;-). Spielt das Wetter mit, kann ein warmer Sommerabend unter einer Linde fast etwas Orientalisches haben – mich erinnert der Duft zumindest immer ein wenig an Urlaube in Marokko und Tunesien – an die allgegenwärtigen Jasmindüfte dort 😉

Aber, die Linde duftet nicht nur wunderbar, sie ist ein schöner Solitär-Baum, die Blüten haben Heilkräfte und das Holz ist auch beliebt z.B. bei Holzschnitzern.

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Die Winterlinde (Tilia cordata) kann bis zu 30 m hoch werden, hat herzförmige, gleichmäßig gezähnte Blätter und blüht ab etwa Ende Juni bis Juli. Der Unterschied zur Sommer-Linde ist relativ einfach. Die Blätter der Winter-Linde sind kleiner, ca. 4-7 cm im Durchmesser, und die Stiele sind glatt (ein gutes Bestimmungsbuch ist übrigens: „Bäume und Sträucher).

Früher wurde von der Linde auch die Rinde (reimt sich ja 😉 ) für Heilmittel verwendet, heute jedoch nur die Blüten. Lindenblütentee kennt wohl jeder als probates Mittel bei Erkältungen. Da der Tee von Lindenblüten nicht nur schweißtreibend wirkt, sondern auch die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisiert, bietet es sich an, den Tee schon zu trinken, wenn eine Erkältung erst im Anmarsch ist, hat also durchaus eine gewisse vorbeugende Wirkung.

Wie schon eingangs erwähnt, ist das Holz vor allem bei Holzschnitzern beliebt. Es werden gerne Bilderrahmen daraus hergestellt, Figuren/Skulpturen aber auch für Bleistifte findet das Lindenholz Verwendung. Ach ja, die Blätter sind ein tolles Pflanzenfärbemittel. Man kann damit schöne Beige, Ocker- und Brauntöne herstellen. (Zum Thema Pflanzenfarben gibt es demnächst noch einen Beitrag. Spannende Sache.)

Der beste Sammelzeitpunkt für die Blüten: etwa 1-3 Tage nach dem die Blüten aufgeblüht sind. Dann sind die Wirkstoffe am konzentriertesten. Natürlich sollte es am Erntetag trocken und sonnig sein. Die Blüten sind recht empfindlich und müssen zügig an einem luftigen, warmen Ort getrocknet werden – mit Hochblatt (so steht es in meinem „schlauen“ Buch). Dann in einem dunklen, luftdichten Glas aufbewahren. Ist dies nicht der Fall, neigen die Blüten leider schnell zum Schimmeln.

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3 Gedanken zu “Ein betörender Duft liegt in der Luft

  1. Liebe Heidrun,

    danke für Deinen Linden-Bericht. Stimmt, der Duft ist einfach der Wahnsinn – Sommer pur. Und das Tolle ist, dass man das auch mitten in der Stadt haben kann. Das ist für immer so ein Aha-Erlebnis: Natur ist überall. 😉 Ich habe schon lange keine Blüten mehr gesammelt (wieso eigentlich?!). Der Duft hält sich recht gut, soweit ich mich erinnere. Ich habe dann oft einfach nur am Glas geschnuppert und mich gleich schon gesünder gefühlt.

    Schönes Wochenende,
    Doris

    1. Liebe Doris,

      freut mich, dass Dich mein Beitrag vielleicht zum Wieder-Sammeln inspiriert hat.

      Ich stimme Dir 100%ig zu, Natur kann man im kleinsten Winkel finden, man muss nur genau hinschauen. Wobei das für die Linde weniger zutrifft, ist ja ein recht imposanter Baum und fällt auch ohne Duft auf meine ich 😉 LG und auch Dir ein schönes Sommer-Wocheende, Heidrun

      PS: Und heute Abend ist einfach traumhaft Sommerlich, total windstill und immer noch warm 🙂 So kann es gerne die nächsten Wochen bleiben, nur ab zu und zu darf es auch mal einen warmen Regen geben 🙂

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