Holunder: Lecker und Gesund

Der diesjährige Sommer gefällt ja nicht jeder Pflanze. Aber einige profitieren ganz offensichtlich von dem überwiegend feuchten und warmen Wetter. So auch der Holunder. Das fiel mir vor ein paar Tagen auf. Die Holundersträucher hängen brechend voll mit Fruchtdolden.

Da es letztes Jahr nur sehr wenig Holunder gab, freue ich mich umso mehr auf eine reiche 2012er Ernte. So kann ich wieder ordentlich Saft abfüllen, Gelee kochen, Fliederbeersuppe mit Griesnocken essen. Holunderbeeren, einfach lecker – und gesund.

Auch die Holunderblüten will ich nicht unterschlagen. Schließlich lassen sich auch diese zu leckeren Gerichten verarbeiten, wie Holunderblütensirup, gebackene Blütendolden usw. Dazu später mehr.

Zuerst einmal wieder ein kleiner Exkurs zum schwarzen Holunder (Sambucus nigra).

Der schwarze Holunder ist ein sommergrüner Strauch. Er wird bis zu 5 Meter hoch, kann aber auch größer werden. Die Hauptblütezeit ist der Juni. Die Früchte reifen im September. Je nach Lage und Witterung auch mal etwas früher.

Er wächst bevorzugt an Weg- und Waldrändern, mag es eher Halbschattig und einen stickstoffreichen Boden. Der Holunder pflanzt sich gerne von alleine in der Nähe menschlicher Siedlungen, was wohl an dem dort oft hohen Stickstoffgehalt in der Erde liegt, aber wer weiß … 😉 Man findet ihn dann ost  an Scheunen und Schuppen angelehnt.

Er ist in fast ganz Europa verbreitet und wächst auch in Kleinasien und Westsibirien.

In den Blüten sind ätherisches Öl, Glykoside, Flavonoide und Gerbstoffe und in den Früchten organische Säuren, Vitamine und Mineralstoffe. Also rundum eine sehr gesunde Sache 🙂

Ernte: Die Blüten am besten sofort nach dem Aufblühen und die Früchte bitte erst wenn sie richtig tief schwarz sind.

Holunder

Er wurde in früheren Zeiten als eine Art Universalmedizin für allerlei Gebrechen und Krankheiten eingesetzt. Die Blätter zum Beispiel als Umschlag bei Geschwüren und Entzündungen. Die Beeren wurden auch zum Haarefärben verwendet. Im Übrigen galt/gilt der Holunder als wassertreibend, abführend, leberreinigend, schweißtreibend (Blütentee) und wurde auch bei fiebrigen Erkrankungen eingesetzt. Als Schwitztee wird er auch heute noch verwendet und er ist oft in Teemischungen für Rheuma und Stoffwechselerkrankungen enthalten, weil er harntreibend/reinigend wirkt.

In der Küche: Wie eingangs schon erwähnt sind Hollerküchlein (Blüten in Pfannkuchenteig gebacken) sehr lecker und auch das Sirup aus den Blüten, ebenso eine Limonade. Hier gibt es eine ganze Reihe leckerer Holunder-Rezepte:
www.essen-und-trinken.de

Und das ist mein Rezept für einen …

Holundergelee

500 ml Holunderbeerensaft, 500 ml Apfelsaft, Saft einer Zitrone, 1 Tl Zimt, 500 g Gelierzucker 2:1. Zutaten gut verrühren und mindestens 1 Min. sprudelnd kochen. Gelierprobe machen, bevor ihr den Gelee in Gläser füllt, denn Holundergelee geliert manchmal schlecht.

Und eine Fliederbeersuppe (Norddeutsch) mit Griesnocken geht z. B. so: www.lecker.de

Ich nehme übrigens am liebsten Vollkorn-Dinkelgries für die Nocken.

PS: Gut, dass mich Silke darauf hingewiesen hat, hatte ich ganz vergessen: Die rohen Beeren bitte nicht verzehren! Sie können vor allem bei Kindern und empfindlichen Personen Erbrechen, Durchfall, Krämpfe usw. hervorrufen. Erhitzt sind sie „ungiftig“, lecker und gesund.

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8 Gedanken zu “Holunder: Lecker und Gesund

  1. Lecker – Dein Rezept für das Gelee werde ich dieses Jahr ausprobieren, unser Garten wird mehr als genug dafür hergeben. 😉

    In dem Zusammenhang wäre ggf. noch erwähnenswert, dass das in rohen Holunderbeeren vorhande Sambunigrin bei Kindern und sensiblen Personen beim Verzehr zu Symptomen von Erbrechen, leichten Krämpfen, Durchfall oder Magenbeschwerden führen kann.
    Durch Erhitzen zerfällt allerdings das Sambunigrin und die Beeren verlieren ihre „Giftigkeit“.

    Und wenn im kommenden Jahr die Sträucher wieder blühen, hätte ich da ein leckeres Rezept für den vielfältig einsetzbaren Holunderblütensirup: http://fundwerke.de/2012/06/08/hugo-wer-ist-das/

    LG, Silke

    1. Ja, ist er. Freue mich jetzt schon drauf 🙂

      Stimmt, gut dass Du noch mal darauf hinweist, hatte ich ganz vergessen und werde es auch im Artikel noch einfügen, dass die rohen Beeren nicht verzehrt werden sollten!
      Danke für den Link. Eine schöne Ergänzung mit weiteren tollen Rezepten.

      LG, Heidrun

  2. Ich genieße heute abend einen Prosecco mit Hollerblütensirup. 😉 Mir ist noch gar nicht aufgefallen, dass es besonders viele Beeren geben könnte dieses Jahr. Da muss ich direkt drauf aufpassen. Zum Blütensammeln hats bei mir dieses Frühjahr nicht gereicht. Vielleicht schaffe ich ja in die Beeren.

    Viele Grüße,
    Doris

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