Meister des Waldes – Der Waldmeister

Jetzt wo der Frühling endlich Einzug hält, wird es auch nicht mehr allzu lange dauern, bis man wieder Waldmeister findet.

Der Waldmeister ist am Waldboden nicht nur einer er ersten grünen Erscheinungen, sein Duft und Geschmack sind einfach waldmeisterlich 🙂 köstlich. Wer kennt sie nicht, die Waldmeisterbowle, in vielen Gegenden ein typisches Getränk, das mit dem 1. Mai verbunden wird und auch als Maibowle bekannt ist. Allerdings bietet der Waldmeister noch mehr.

Waldmeister, getrocknet, Wald, Blüte

Für eine Waldmeisterbowle braucht es übrigens nur ein kleines Sträußchen angewelkten Waldmeister, den man bündelt und kopfüber in die Bowle hängt. Hier gibt es einige schöne Rezepte: www.daskochrezept.de

Wie bei den meisten meiner vorgestellten Wildkräutlein auch zum Waldmeister (lat. Galium odoratum) ein kleiner Steckbrief:  Der Waldmeister gehört zu den Labkräutern, ist eine ausdauernde Pflanze und kann je nach Nährstoffangebot und Standort bis 30 cm hoch werden. Besonders oft tritt man ihn in Buchenwäldern an. Aber er lässt sich auch bestens im Garten an halbschattigen Plätzen als leckerer, duftender Bodendecker kultivieren. Er kann  sehr schnell größere Flächen überwuchern, was nicht immer erwünscht ist ;-). (Ich hatte mir eine einzelne Pflanze gekauft, innerhalb von 1-2 Jahren waren mehrere Quadratmeter waldmeisterlich überwuchert 🙂

Inhaltsstoffe sind u. a. Cumaringlykosid, Bitter- und Gerbstoffe. Trocknet man ihn, wird aus dem Glykosid das Cumarin abgespalten, was dann für den unverwechselbaren Duft sorgt.

Ernte: Am besten kurz bevor die Blüten sich öffnen, dann hat er das meiste Aroma. Trocknen dann in kleinen Bündeln an einem trocknen, schattigen Ort.

Naturheilkunde: In alten Schriften findet man Waldmeister kaum. Vereinzelt wurde er als herzstärkendes und schweißtreibendes Mittel beschrieben. Kneipp empfahl Waldmeistertee bei krampfartigen Unterleibsleiden. Einige weitere Heilwirkungen wurden in der Volksmedizin beschrieben wie z.B. Tee bei Leberleiden, Nierensteinen. Und zur Geburtserleichterung wurden Frauen um die Waden Waldmeisterbüschel gebunden. Daher auch der Name „Waldmutterkraut“. Verschiedentlich habe ich gelesen, dass hormonähnliche Inhaltsstoffe den Uterus anregen und die Blutgefäße beeinflussen. Ein weiterer verbreiteter Name: Maikraut.

Heute wird Waldmeister kaum in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Man beachte zudem, dass bei größeren Mengen u. a. Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten können. Also nicht mit der Bowle übertreiben, auch wenn sie noch so gut schmeckt – zumal auch die anderen Bestandteile selbige Probleme bereiten können 😉

Waldmeister im Topf, Waldmeister als Kübelpflanze, Waldmeister auf dem Balkon, wildeschoenheiten.wordpress.com

Eine weitere, bekannte Wirkung entfaltet Waldmeister getrocknet im Kleiderschrank. Er soll

ebenso wie Lavendel die Motten fern halten.

Ach ja, in bäuerlichen Gegenden gab man zum Waldmeister noch Johanniskraut und Poleiminze, zusammen sollten sie Hexen fern halten.

Ein paar weitere Infos gibt es z. B. hier: www.heilkraeuter.de

5. Mai 2015 – Nachtrag: Waldmeister wächst auch gut im Topf (halbschattig und mäßig feucht halten). Denn seit letztem Jahr habe ich Waldmeister in der Schale und er hat sich prächtig entwickelt, braucht wohl bald eine größere Schale oder ich werde ihn teilen ...

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2 Gedanken zu “Meister des Waldes – Der Waldmeister

  1. Ich kann ihn förmlich erschnuppern, den Waldmeister. Köstlich, vor allem, wenn man nur das Aroma der grünen Götterspeise kennt. Der echte Waldmeister ist viel besser. 🙂
    Einen schönen Frühlingsstart
    wünscht Doris

    1. Ja, als ich den Beitrag schrieb hatte ich imaginären Waldmeisterduft in der Nase … 😉 Und mit dem künstlichen Waldmeisterkram kann man den echten noch nicht mal ansatzweise vergleichen! Dir auch eine schöne Frühlingswoche 🙂

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