Die Natur mit allen Sinnen erleben

Eine Anfrage, die ich letzte Woche auf den Tisch bekam – ein Bildungsprojekt (Kinder & Artenvielfalt hörend erleben) – hat mich für meinen heutigen Beitrag inspiriert.

Bienenwolf, Käfer rot schwarz © wildeschoenheiten.wordpress.comMeine „Wilden Schönheiten“ kann man ja „nur“ mit einem Sinn erfahren, dem Sehen. Als visuell geprägter Mensch ist das für mich die vielleicht wichtigste Form des Erlebens. Dennoch, wir verfügen ja über weitere vier Sinne: Riechen, Schmecken, Fühlen und Hören. Und, die sollten wir viel öfter ganz bewusst nutzen, um unsere Umwelt, unsere Natur viel intensiver zu erleben. Tut es ganz bewusst und in Ruhe. Ihr werdet sehen, wenn man sich darauf einlässt, kann dieses (neue) und bewusst(ere) Erleben sogar echte Glücksgefühle auslösen.

Ein paar Gedanken, Anregungen dazu …

Blühedne, duftende Winterlinde / © wildeschoenheiten.wordpress.comRiechen: Wie riecht der Wald im Frühling? Wie nach einem Sommerregen, wenn es zuvor lange trocken war? Schnuppert doch mal an einem Kiefernzweig. Oder einem blühenden Wildkrokus, den Blüten der Schlehe.

Brombeeren / © wildeschoenheiten.wordpress.comSchmecken: Schon mal Giersch probiert? An einem zarten Löwenzahnblatt, Knoblausrauke oder einem zarten, noch jungen Birkenblatt geknabbert? Oder eine wilde Him- oder Brombeere direkt vom Strauch genascht? Richtig reif, sind Wildbeeren eine unbeschreibliche Aromenexplosion. Da kommt meiner Meinung nach keine noch so tolle Zuchtform mit. Wildfrüchte sind einfach intensiver, genau wie Wildkräuter.

Pfingsten-8Fühlen: Schon mal die Augen geschlossen und mit den Fingern über die raue Borke eines alten, knorrigen Apfelbaums getastet? Jede Unebenheit, jede noch so kleine Kante erfühlt? Oder über die samtige Oberfläche mancher Gräser gestrichen?

Hören: Einfach mal die Augen schließen und den Geräuschen der Natur lauschen. Ist es nicht beruhigend und wunderschön dem Glucksen, Grugeln, Plätschern eines Backs zuzuhören? Dem Zirp-Konzert der Feldheuschrecken im Sommer zu lauschen? Das Klopfen eines Spechts im Wald. Das „Kreischen“ der Schwarzstörche. Und das liebt wohl jeder, wenn der Frühling naht, die Zugvögel in unsere Gefilde zurückkehren und uns mit ihren Vogelliedern heiter stimmen?

Oder erkundet doch mal die Geräusche der Natur zu den verschiedenen Tageszeiten? Manch einer wird sicher überrascht sein, wie unterschiedlich sich die Tageszeiten anhören 🙂 Am schönsten finde ich den frühen Morgen und den späten Abend, wenn möglichst nur Naturgeräusche zu hören sind und sonst alles still ist.

Schwarzstorche am Himmel / © wildeschoenheiten.wordpress.comAlso, wenn ihr das nächste Mal draußen unterwegs seid, nutzt alle Sinne, hört, seht, riecht, fühlt und schmeckt mal genauer hin. Glaubt es mir, ihr werdet begeistert sein, wie viel spannender und schöner sich die Natur – mit allen Sinnen bewusst erlebt – präsentiert.

Vielleicht mögt ihr hier eure Erfahrungen mit mir teilen. Was hört, seht, riecht, schmeckt, fühlt ihr besonders gerne? Oder worauf wollt ihr in Zukunft mehr achten? Bei welchen Geräuschen könnt ihr euch „verlieren“? Welches Geschmackserlebnis möchtet ihr nicht mehr missen? Was hat euch besonders „berührt“? Überrascht?

Und zum Schluss noch zwei Tipps: GEO Tag der Artenvielfalt (hier ist vor allem das Sehen gefragt) und ein echter Lese- und Hörgenuss „Das Große Orchester der Tiere“.

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12 Gedanken zu “Die Natur mit allen Sinnen erleben

  1. Ich finde es auch sehr wichtig, alle 5 Sinne einzusetzen und zu erleben, Erinnerungen werden dadurch viel nachhaltiger gespeichert. Außerdem stelle ich mir öfters vor, wie es wäre, wenn ich nicht sehen könnte, oder hören…..lg Marlies

    1. Ja, stimmt auch das kann die Sinne schärfen. Dabei fällt mir gerade ein, dass wir – soweit ich mich richtig erinnere – Gerüche sogar besser (intensiver) abspeichern als Bilder 🙂 Den Geruch im einem Marokkanischen Souk werde ich z.B. nie vergessen, eine wahre Geruchs-Kakophonie 😉 LG, Heidrun

  2. Stimmt, der Einsatz aller 5 Sinne ist total wichtig, allerdings nicht immer ganz so einfach umsetzbar, wenn man das Erlebte mit anderen über das Internet teilen möchte 🙂

    lg kathrin

    1. Ja, aber man kann es ja mal versuchen, seine Sinneseindrücke in Worte zu fassen 🙂 Und, alle gleichzeitig auch eher weniger 😉 … besser auf einen Sinn konzentrieren, was gerade passt bzw. welcher Sinn sich gerade am meisten „angesprochen“ fühlt 🙂 LG, Heidrun

  3. In der Natur ist es oftmals das Ohr, das zur Entdeckung führt. Die Laute von Tieren oder weil sie Geröll lostreten. Als erstes ist mir eingefallen, das Geräusch von Getreide, das in der warmen Sommersonne aufplatzt. Bisher nur 1 x erleben dürfen. Jetzt kommen ja bald die Weidekätzchen, sie könnte ich stundenlang streicheln. Oh, es gibt so vieles….freu mich drauf…liebe Grüße Erika

    1. Ja, vor allem auf Tiere wird man oft erst durchs Hören aufmerksam. aufplatzendes Getreide? Das habe ich noch nie gehört und Weidekätzchen mag ich auch gerne streicheln 😉 Leider ist es doch noch ziemlich kalt, aber die Natur steht schon in den Startlöchern, ein paar Sonnenstrahlen und es wird sicher bald wieder grün und bunt und ich freue derauf, den Frühling wieder mit allen Sinnen begrüßen zu können 🙂 LG, Heidrun

  4. Sehr schöner Beitrag, liebe Heidrun! Ja, die 5 Sinne ansprechen – das ist es, was Leben bedeutet! Wir legen höchsten Wert auf duftende, aromatische Pflanzen. Sie zu ertasten und dann zu riechen, ist höchster Genuss! Wie auch das Hören unbedingt dazugehört! Das unterschiedliche Summen der Insekten, die Frösche und nicht zuletzt die Vielfalt der Vögel, die sich bei uns aufhalten! Hach, ich freue mich jetzt schon wieder darauf!!

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