Mein Freund der Baum ist tot …

Immer, wenn ein wunderschöner (alter) Baum gefällt wird, muss ich unweigerlich an das Lied von Alexandra denken. Schon als Kind liebte ich es … Vor ein paar Tagen wurde in unserem Ort eine wunderschöne, „stolze“ Trauerweide gefällt. Warum? Ich weiß es nicht. Sie stand am Rande eines kleinen Bachs/Feldweg, am Ortsrand. Zuerst dachte (hoffte) ich, sie würden nur ein paar besonders tief hängende Äste wegnehmen, da immerhin hin und wieder Leute auf dem Weg laufen und auch mal ein Traktor dort lang fährt. Aber ich hatte falsch gedacht bzw. gehofft. Als ich ein paar Stunden später vorbei kam, stand nur noch der Stamm und kurze Zeit später nur noch der Stumpf …

Baum, Jahreszeiten, Trauerweide im Frühling, Herbst und Winter, © wildeschoenheiten.wordpress.com

Die Trauerweide spendete im Sommer den umliegenden Häuseren wohltuenden Schatten und allerlei Vögel saßen immer gerne auf seinen Ästen. (Hatte der Wind mal ein paar kleine Zweige heruntergezauselt, nahm ich gerne einige mit nach Hause und flocht mir einen Dekokranz daraus.) Sie war zudem einfach ein wunderschöner Anblick. Zu jeder Jahreszeit. Nun ist er nicht mehr, mein Freund der Baum. Was bleibt, sind ein paar Bilder, die Erinnerung an eine Baumschönheit – die Reste: ein trauriger Anblick … Oh, du arme, traurige Trauerweide.

PS: Der Baum war nicht krank, zumindest konnte/kann ich nichts Morsches o.ä. festestellen. Waren Äste zu nah an den Stromleitungen, hätte man auch nicht den ganzen Baum fällen müssen … Ich vermute, dass sich ein Anwohner über den ollen laubabwerfenden Baum geärgert hat, immer diese ganzen Blätter, die vor allem im Herbst überall rumliegen und -fliegen, bäh 😉

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27 Gedanken zu “Mein Freund der Baum ist tot …

    1. Ja, genauso geht es mir auch. So einen stattlichen Baum fällt man doch nicht einfach mal so … Ich werde versuchen herauszufinden, warum er gefällt wurde. Ob es Willkür war oder was der (vorgeschobene) Grund war. Wie auch immer, es war nicht richtig, finde ich! Dazu fällt mir ein, früher pflanzte man vorm Haus einen Hausbaum, eben, weil er u.a. im Sommer Schatten spendete, und half das Haus kühler zu halten und im Winter half die Sonne das Haus zu erwärmen, weil eben das Laub fehlte. Dann kam es in Mode, alle Hausbäume zu fällen, Pflanstersteine rauszureißen und alles zu betonieren. Heute kommen zumindest einige Menschen wieder dahinter, dass so ein Hausbaum viele Vorteile hat. Ein bisschen Laub vom Weg rechen, hat sicher noch niemanden „umgebracht“ 😉

      1. Ja. 😦 Ich tippe auf Willkür, Faulheit, Gedankenlosigkeit, Dummheit. Ich bin bereit, über die Reihenfolge zu diskutieren 🙂
        Ich bin ganz verblüfft – deiner Beschreibung nach habe ich einen Hausbaum, danke für die Bezeichnung! Ich habe mich immer gefragt, warum der so dicht vor dem Haus steht (gepflanzt werden durfte), und es ist sicher der Lage geschuldet, dass er/sie (eine ca. 90 Jahre alte Walnuss) überleben durfte. Nun hüte ich sie …

      2. Ja, genau Christiane etwas von deinen „vorgeschlagenen“ Gründen wird sicher zutreffen :-(. Oh, wie schön. Da kannst du dich wirklich glücklich schätzen. Walnüsse oder Obstbäume waren die häufigsten Hausbäume, früher. Mein früherer Nachbar z.B. hatte auch einen und der davor hatte sogar zwei Walnüsse im Hof stehen, und meine Vermieterin hat auch eine Walnuss, die nun gut 10 Jahre alt sein dürfte (also noch ein Baby 😉 und sie steht leider hinter dem Haus … aber immerhin 🙂

      3. Was meinen Baum angeht, wüsste ich zu gern, wie es hier früher ausgesehen hat, weil jetzt ist hier alles in Gärten etc. unterteilt.
        Ach, ich habe Glück mit ihr, möge das so bleiben!

      4. Weißt du, ob das mit den Hausbäumen überall Sitte war? In den Mittelgebirgen und südlicher hätte es mich nicht weiter gewundert, aber bei mir in Hamburg …

  1. Dass Bäume ganze Geschichte erzählen könnten, wenn man sie nur stehen ließe, wird leider allzu oft nicht bemerkt von Menschen. Danke für die schönen Bilder. Trotz eigentlich traurigem Thema. 🙂

    1. Ja, alte Bäume hätten sicher viel zu erzählen. Ganz in meiner Nähe steht eine „Napoleons“-Eiche, wie der Name schon vermuten lässt, sie müsste ca. 250 Jahre alt sein. Was könnte sie uns wohl alles berichten … 🙂 Freut mich, dass dir meine Bilder gefallen. Zwei davon gibt es übrigens auch bei ARTFLAKES ;-).

      1. Danke! Freut mich, wenn dir das eine oder andere Bild gefällt und vielleicht mal ein schönes Geburtstagsgeschenk wird 🙂 Einen schönen Sonntag dir 🙂

  2. Manche sind auch von innen raus hohl oder krank. Oder aber da wird was gebaut, ab heute darf nicht mehr gefällt werden, soweit ich weiß.
    Zumindest hier im Süden der bunten Republik darf nicht so einfach gefällt werden.

    1. Ja, schon klar. In solch einem Fall muss ein Baum gefällt werden, sofern er nicht mitten im Wald steht. Aber bei der Trauerweide ist beim besten Willen nichts in Sachen hohl oder morsch festzustellen. Theoretisch stimmt das mit dem Fällen. Aber nur theoretisch. Es gibt immer Hintertürchen, der Klüngel, Gemauschel, die ein Fällen auch dann ermöglichen, wo es eigentlich nicht sein dürfte. Oder es wird einfach gefällt und was soll dann noch passieren? In der Regel nichts. Der Baum ist weg, im Zweifel werden fadenscheinige Gründe erfunden. Ich hab’s schon zu oft erlebt. Unrecht setzt sich nach meiner Erfahrung viel öfter durch als Recht. Leider …

  3. Auweia, das tut weh! Bei uns in der Gegend haben sie für die (unnötige!) Begradigung einer Strasse auch etliche tolle Eichen gefällt. Ich könnte heulen. Auch wenn sich Leute über den Dreck (=Laub)) im Herbst beklagen…wie krank ist denn das?

    1. Ja, hier auch Annette. Leider. Weil es ein kurzes Stück Bürgersteig außerhalb !!! des Ortes geben musste, wo zudem niemand läuft, wurden zwei mächtige Linden gefällt 😦 Überall offenbar die gleiche Sch…. Genau, nur krank. Ist ja auch wirklich schlimm mit dem Laub, und wie unordentlich es dann auch immer aussieht *kopfschüttel*

  4. Ach ja, ich hatte eine wunderschöne Silberzeder vor dem Haus und es war mancher Kampf gegen Familienmitglieder, Nachbarn… und ich habe den Baum bis aufs Blut verteidigt. Das Haus wurde verkauft, die neuen Besitzer wollten den Baum eigentlich erhalten. Kurz nach deren Einzug war er gefällt.
    So schade.

  5. Leider habe ich neulich auch die schönste Birke, die ich je gesehen habe, verabschieden müssen. Sie war soooo schön gewachsen, mit einer richtg schönen Krone. Leider hatte sich auch der Nachbar darüber aufgeregt, dass sie zu weit auf sein Grundstück geguckt hat und die Wurzeln ihren Platz beansprucht und seine Pflastersteine ein wenig angehoben haben… Spießige kleine Vorstadtgegend…. Schade um die wirklich wunderschöne, gesunde Birke!!

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