Wilde Sumpfdotterblumen

Es lohnt sich eigentlich immer, mal ein Stück abseits der Wege zu gehen, denn oft entdecke ich so wahre Kleinode. Allerdings geht das in der Regel nur in der kalten Jahreszeit, da in der Hauptvegetationszeit – vom Vollfrühling bis in den Herbst – das Gras der Wiesen zu hoch ist oder Kühe darauf weiden oder Hecken und Wald dann so dicht zugewachsen sind, dass kein Durchkommen ist und ich natürlich auch die nun mit der Jungenaufzucht beschäftigten Tiere respektiere und nicht stören will.

Aber im Winter bis etwa zur zweiten Hälfte des Frühlings kann man auch mal abseits laufen. Augen offen halten und interessante Stellen für später merken. So habe ich vor ein paar Wochen die Sumpfdotterblumen-Teppiche entdeckt und vor ein paar Tagen einen Abstecher durch noch recht niedriges Gras gemacht und siehe da, jetzt blühen sie …

Einfach wunderbar. Ich kenne hier in der Gegend keine andere Stelle, wo sie noch wild, zahlreich und ungestört wachsen können. Leider hatte ich mal wieder aus Wettergründen die Kamera nicht dabei und so gibt es nur ein paar mittelprächtige Handy-Beweisfotos.

Für alle, die es interessiert, hier noch ein kleiner Steckbrief zur Sumpfdotterblume (Lat. Caltha palustris). Sie gehört zu den Dotterblumen aus der Familie der Hahnenfußgewächse, wie z.B. diese (müsste der Rauhe Hahnenfuß sein) …

Hahnenfußgewächs, gelbe Wildblume, wildeschoenheiten.wordpress.com

Sie wächst, wie der Name schon verrät, gerne in sumpfigen Gelände. In möglichst dauerfeuchten Wiesen, am Bachrand, an Seen und Teichen.

Im Mittelalter wurde sie u.a. bei Leberbeschwerden eingesetzt, die Volksheilkunde verwendet sie bei Husten und anderen Beschwerden. Achtung! Die Sumpfdotteblume ist leicht giftig. Getrocknet verliert sich die leichte Giftigkeit jedoch.

Sie blüht je nach Standort und Witterung etwa von Mitte März bis in den Mai.

Die gelben Blüten haben eine ungeheure Leuchtkraft, die man auch in den Garten, an den Gartenteich holen kann. Ich finde die kleinen Sonnen sind ein Muss bei der Randbepflanzung. Aber bitte nicht aus der Natur entnehmen. Die Butterblume, wie sie auch genannt wird – wie der > Löwenzahn übrigens auch – steht zwar „nur“ in Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Hamburg auf der Roten Liste (ist das noch aktuell?), ist jedoch bundesweit im Rückgang begriffen. Kein Wunder. Überall werden noch immer Bäche begradigt, Wiesen trockengelegt … Kauft sie am besten bei einem Bio-Gärtner (schaut auch in meine Link-Tipps) eurer Wahl.

bachlauf, kliener bach, mäandert, bachlauf im winter, vorfrühling, wildeschoenheiten.wordpress.comAch ja, an selber Stelle wachsen auch die ebenfalls seltenen Sumpfschwertlilien. Mal schauen, ob ich davon wenigstens ein paar ordentliche Fotos machen kann 🙂 Sofern das Gras bis zur Blüte noch nicht zu hoch ist, die Wiesen drum herum hoffentlich schon abgeweidet sind, so dass ich den Weg frei habe 😉

Es ist so schön, wie der kleine noch „jungfräuliche“ Bach hier mäandern darf, Heckensäume nicht kahlgeschlagen und mit Stumpf und Stiel zerstört werden. Sumpfige Stellen in der Wiese bleiben dürfen. Ein kleines Paradies für allerlei Pflanzen und Tiere, die vielerorts leider selten geworden sind.

(Foto von Anfang März 2016)

 

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