Flügge: Gartenrotschwanz

Maizeit ist Kinderstubenzeit. Die ersten Vogelkinder sind bereits flügge, wie dieser süße kleine Gartenrotschwanz.

Jedes Jahr brütet „unser“ Pärchen über der Haustüre, direkt unter dem Dach. Zuerst wird die Wohnung fein ausgeputzt. Tagelang liegen Unmengen an Moos- und Erdbröckchen vor der Tür. Einige Zeit später geht das Gezwitscher los. Vom ersten Sonnenstrahl bis zum letzten werden die kleinen Babys von Mama und Papa mit tüchtig Proteinen versorgt. Jede Mahlzeit wird lautstark angekündigt und mit freudigem Getschilpe begrüßt.

Und, ehe man sich versieht, wird die Wohnung zu klein und meine Fußmatte wird schick mit Guano verziert. 😉 Dann weiß ich, nun dauert es nicht mehr lange und die Kleinen werden flügge.

Heute war es soweit, der erste kleine Piepmatz ist ausgezogen. Wie ich das mitbekam? Purer Zufall. Heute Nachmittag gab es auf einmal ein unglaubliches Spektakel und ich dachte, was ist denn da draußen los, es wird doch nicht etwa eine Katze einen Jungvogel erwischt haben und Mama oder Papa regen sich furchtbar auf? Nein. Alles gut. Ein Jungvogel saß auf der Mülltonne und tschilpte aufgeregt. Keine Katze zu sehen und auch sonst alles o.k. Er war wohlauf aber offensichtlich etwas ängstlich. Sein Auszug war offenbar etwas unerwartet bzw. unfreiweillig geschehen. Frau Mama saß eine ganze Weile in der Nähe und später flogen beide Eltern wieder los, um die verbliebenen Nestkinder zu füttern.

Süß, oder? Ganz ausgewachsen ist er offenbar noch nicht, der Kleine. Denn die Schwanzfedern sind noch sehr kurz. Aber er kann immerhin einige Meter fliegen. Später saß er u.a. auf der Trockensteinmauer, dann auf dem Nachbar Grundstück auf einem Mauervorsprung und später in der Dachrinne und auf dem Zaun, wie ihr seht.

Kurz bevor es dunkel wurde, tschilpte es wieder und da sah ich die Amsel. Sie hatte Futter im Schnabel und bot es dem Kleinen an. Ich dachte, ich sehe nicht ricfhtig. Nur einige Momente später kam Mama-Gartenrotenschwanz und war sichtlich irritiert … So ging das noch eine Weile. Die Amsel suchte im Rasen Futter und Mama „Rotschwanz“ fütterte weiter die Kleinen im Nest. Herrn Papa habe ich nicht gesehen.

Mal schauen, ob der Kleine morgen noch da ist! Ich hoffe sehr, dass es ihm gut geht und er in Sicherheit ist.

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6 Gedanken zu “Flügge: Gartenrotschwanz

  1. Oh wie niedlich!!! Sind sie ja immer, die Kleinen. Das die Amsel mitfüttern wollte 🙂 Ich drück die Daumen für eine Gute Nacht! LG, Almuth

  2. Bei uns sind Gartenrotschwänze sehr selten und mittlerweile sogar die Hausrotschwänze. Liegt vielleicht an den wenigen Insekten. Da ist es toll solche Fotos zu sehen! Und unglaublich, das die Amsel den Kleinen gefüttert hat! LG Michael

    1. Schade und traurig. Wobei Hausrotschwänze insgesamt als noch seltener gelten als Gartenrotschwänze. Es sind „einfach“ die Lebenräume die zerstört werden mit allem was dazu gehört, vom kleinsten Insekt, Wildkräutern, die Insekten als Nahrung brauchen, Nistmöglichkeiten für Vögel usw. – Ja, ich fand das auch super spannend. Aber das gibt es ja immer mal im Tierreich, dass sich sogar völlig artfremde Tiere zusammenfinden 🙂 LG, Heidrun

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