Ein blaues Wunder: Die Wegwarte

Erst in meinem letzten Beitrag erwähnte ich die wunderschöne Wegwarte, die ich auf dem Weg zum Gartenfest in Hanau teilweise über zig Hundert Meter am Starßenrand entdeckte. Was mich natürlich sehr gefreut hat. Erst vor ca. drei Jahren tauchte eine Pflanze – quasi ums Eck – am Straßenrand auf und ich dachte, hui, was ist das denn für eine hübsche blaue Blume, habe ich ja noch nie gesehen!?

Wieder zuhause, habe ich recherchiert und herausgefunden, dass es die Gewöhnliche Wegwarte ist. Seitdem ist jedes Jahr an der gleichen Stelle wieder erblüht (und einige mehr an anderen Straßenrändern), leider wurde „meine“ kürzlich abgemäht, wird wohl nichts mit dem Blühen dieses Jahr …

Umso größer war meine Freude, als ich vor ein paar Tagen am Rande einer Pferdekoppel/Halle eine Staude zw. div. Wildblumen entdeckte. Yeah. Und kurz darauf noch eine an anderer Stelle. Jippie! Leider währte die Freude nur kurz, denn die Staude an der Halle, incl. der anderen Wildblumen war gestern Morgen abgemäht. Völlig grundlos wie ich finde. Sie haben keinen gestört und hatten noch nicht mal Zeit zum aussamen. Mit Ausnahme des Bienenfreundes. Ärgerlich.

Sicher, es war nur eine Pflanze, aber mich macht es dennoch wütend.

Und, heute morgen dachte ich, nimm mal die Kamera mit zur Gassirunde und fotografiere die  verbliebene, bevor sie auch „entsorgt“ wird. Ich hatte Glück und traf sogar einige Insekten auf den Blüten an.

Ich habe mich schlau(er) gemacht und spannende Sachen über die Wegwarte herausgefunden. Wusstet ihr, dass sie die Wildform bzw. eine Verwandte von Chiccorée, Zuckerhut, Radicchio bzw. Schnittzichorie ist? 2020 wird sie die Heilpflanze des Jahres sein! Und 2005 war sie schon Gemüse des Jahres! 2009 die Blume des Jahres!

Kleiner Steckbrief: Die Wegwarte ist eine ausdauernde Staude. Sie verfügt über eine tiefe Pfahlwurzel (mit Bitterstoffen und Inulin). Sie blüht ca. ab Mitte Juni bis in den Oktober hinein. Eine Besonderheit ist, dass sich ihre Blüten nur von Sonnenaufgang bis ca. 11.00 Uhr öffnen und auch nur einen Tag blühen. So kommt es, dass sie oft übersehen wird, wenn man nach 11.00 Uhr an ihr vorbei geht. Sie wird gerne von Bienen und Schwebfliegen besucht. Es gibt sogar eine Biene, die ausschließlich von der Wegwarte nascht!

In Mitteleuropa wächst sie vor allem auf Weiden, auf Randstreifen und Äckern. Sie mag es etwas nährstoffreicher, als viele andere Wildblumen, leicht feucht bis eher trocken. Die Wuchshöhe ist unterschiedlich, je nach Standort – nach meiner Beobachtung – ca. 70 cm bis über einem Meter. In manchen Ländern wird sie als Futterpflanze angebaut.

In der Heilkunde wurde sie etwa ab dem Mittelalter verwendet. Sie wurde/wird für viele Erkrankungen der Organe, vor allem der Verdauungsorgane (wg. der Bitterstoffe), verwendet und auch bei Hauterkrankungen eingesetzt. Die Wurzelzichorie, ihre Verwandte, diente früher als Bestandteil für den sog. „Muckefuck“ (kennt ihr vielleicht noch von euren Eltern oder Großeltern) bzw. noch heute für „Caro-Kaffee“.

Mehr Infos findet ihr bei „Tante Wiki“ >>

Ihr seht, eine interessante Pflanze, die viel zu bieten hat: Wunderhübsch, robust, Insektenfutter, Tierfutter, Lebensmittelbestandteil.

Die Wegwarte, ein blaues Wunder!

Update 5. Juli 2019: Hier geht es zu meinem unprofessionellen 😉 Video
>> Es summt und brummt. Insekten lieben die Wegwarte.

 

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Welche Wildblumen blühen im Juli?

Beinahe hätte ich es vergessen, es ist ja schon wieder Monatsende, Zeit „meine“ neun Wildblumen vorzustellen, die im Juli blühen. Wobei ihr das nicht ganz so genau nehmen dürft. Einige blühen auch im August noch oder haben bereits im Juni ihre ersten Blüten geöffnet. Dazu kommt natürlich die Region, die Witterung usw., wie der Blühbeginn ausfällt.

Dies sind meine „Wilden Schönheiten“ im Juli …

(Von links oben: Gelber Steinklee, Wiesenflockenblume, Wilde (mauretanische) Malve (meist findet man die heimische, hellrosa Wilde Malve), Ackerdistel, Schwarze (kleinblütige) Königskerze (dieses Jahr leider sehr selten, weil ständig die Feldränder gemäht werden), Wiesen-Witwenblume (Scabiose), Blutweiderich (ca. ab Mitte Juli, ebenfalls sehr selten dieses Jahr, gleiches Problem wie bei der Königskerze), Nachtviole (eher selten, kenne hier nur zwei Stellen), Echtes Leinkraut.)

Weiterhin blühen u. a. der Odermennig, die >> Wegwarte (die erfreulicherweise immer öfter zu finden ist), >> Wiesen- und Echtes Labkraut (ich liebe den Duft), Kornblumen (hier habe ich noch keine dieses Jahr entdeckt), Kornrade (dto.), div. Kamille-Arten, Ziest, echtes/großes Springkraut (blüht gelb, das Drüsige ist größer und Rosa blühend), Baldrian, Mädesüß. Teilweise blüht auch schon der Rainfarn und die Weidenröschen.

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Taufrischer Sommermorgen

Freitagmorgen. Als der Sommer noch schön war! 😉 Ohne Gluthitze.

Ein Sommermorgen wie ich ihn liebe. Taufrisch und angenehm warm. Sieht das nicht wunderschön aus (sogar ohne Sonne)? Wie kleine Perlen glitzerten die Tautropfen an den Grannen der Gerste. Ich finde Getreide ist einfach ein dankbares Fotoobjekt. Wenn die Natur dann auch noch solche zauberhaften Kunstwerke kreiert, umso schöner. 🙂

Traum-Sommermorgen: Unreife Gerste mit Tautropfen, © wildpeppermint-design.de

Ein paar weitere taufrische Highlights. Daran erfreue ich mich jetzt und denke mir Hitzewelle einfach weg. 😉 Habt einen schönen Tag, an einem hoffentlich kühlen Plätzchen – vielleicht im Schatten unter einem Kirschbaum …

 

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Kaisermantel trifft Orchideen-Primel

Was habe ich mich vorhin über diesen Anblick gefreut: Ein >> Kaisermantel

Wir waren beim Gartenfest in Hanau, also genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Dieser wunderschöne Falter, den ich bisher nur wenige Male sehen durfte, labte sich minutenlang an den Orchideen-Primeln (Primula vialii) und zog auch andere Besucher in seinen Bann – wurde so ganz nebenbei die beste Werbung für diese hübschen Primeln.

Auch ich konnte nicht wiederstehen und habe mir eine Pflanze mitgenommen. Ich hoffe ihr gefällt es bei mir im Topf, im Halbschatten vorm Liguster, der übrigens gerade seine ersten Blüten öffnet. Vielleicht finden andere Kaisermäntel jetzt auch den Weg zu mir, dank Primel. Oder andere Falter. Wer weiß …

Obwohl ich eigentlich keinen Platz (mehr) habe, fanden auch  noch ein Lavendel (meiner ist mir im Winter 2017/2018, der so seltsam war, erfroren), eine winterharte Verbene und eine Mini-Hauswurz den Weg zu mir 🙂

 

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Das große Leuchten: Orangerotes Habichtskraut 2.0

Heute muss ich euch noch einmal von meiner Lieblings-Wildblume erzählen: Das Orangerote Habichtskraut.

Dieses Orange ist einfach unglaublich. Ich kenne keine heimische Widlblume, die solch ein leuchtendes Orange zu bieten hat. Wobei Orange an sich schon sehr selten bei unseren Wildblumen vorkommt. Seit ein paar Jahren beobachte ich mit großer Freude, dass es jedes Jahr mehr werden. Auch bei mir hat sich das Orangerote Habichtskraut eingefunden. Es fühlt sich beim Lavendel – im trocken-steinigen – Vorgarten sichtlich wohl und hat schon zwei „Horste“ (sagt man das so?) gebildet. Der zweite blüht mit einer niedrigen, rosa Nelke um die Wette.

Bei einem Nachbarn hat es sich im Rasen, der eher eine kurzgehaltene Wiese ist, so ausgebreitet, dass an einer Stelle kaum noch Gras zu sehen ist. Trotz des regelmäßigen Mähens, es dauert nie lange und es ist wieder zurück, kleiner, aber es blüht unermüdlich.

Leider sind nicht alle Wildblumen so tolerant und unverwüstlich und haben es schwer sich gegen die Mähwut im Feld/am Wegrand zu behaupten. :-/

Seid ihr auch so begeistert von dem großen Leuchten? Wollt ihr ein wenig mehr erfahren, dann lest gerne meinen >> kleinen Steckbrief und holt es in euren Garten oder Kübel – sofern noch nicht geschehen.

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Pfingstgrüße aus dem Topfgarten

So langsam wird aus meiner kleinen „Grünen Hölle“ eine kleine „Bunte Hölle“ 😉 Mein Topf-/Terrassengarten blüht auf.

Seit zwei Tagen blüht der >> Diptam, der wie ihr seht, bei den Bumblebees (ich liebe den englischen Namen für die pelzigen Brummer) sehr beliebt ist. Zeitweise waren gestern Abend vier Hummeln gleichzeitig an den Blüten zugange. Das Gartenrotschwänzchen-Paar brütet auch dieses Jahr wieder am Haus. Die Rose de Resht blüht ebenfalls seit ein paar Tagen. Da ich ich versäumt hatte, sie im Frühjahr zu schneiden, hole ich es nach der Blüte nach und gebe ihr einen größeren Topf. Vielleicht dankt sie es mit einer Nachblüte, wie letztes Jahr.

Nach jedem Regen tauchen fast postwendend meine kleinen Schneggchen (Hainbänderschnecken) auf. Der Stinkende Storchschnabel hat sich wieder richtig breit gemacht, er hat sich nicht nur in den meisten Töpfen als Begleiter eingefunden, er quillt aus allen Fugen und Ritzen. Leider können nicht alle bleiben, wie die Pflanze im Topf mit der Zucchini, sie wird demnächst weichen müssen, damit die Zucchini genug Licht und Luft bekommt. – Bin gespannt wie die Ernte ausfällt. ist ja mein diesjähriges Experiment, Zucchini im Topf.

Die Hauswurz braucht noch etwas Zeit. Aber die anderen Sedumarten/Dickblattgewächse haben bereits dicke Knospen bzw. blühen zum Teil schon. Die große weiße Glockenblume, die sich ohne mein Zutun eingefunden hat, ebenso wie diie kleinen blauen Glockenblumen (zurzeit noch knospig), locken bald wieder scharenweise Hummeln an. Dann habe ich wieder eine brumemnde „Blaue Hölle“ 😉

Der >> Schwarze Geißklee ist enrom groß geworden (braucht auch dringend einen größeren Topf) und ist auch kurz vorm Aufblühen (ein weiteres Hummelmagnet). Übriengs: Es wird nicht nur zusehens bunter, sondern auch dufte(r) – dafür sorgen Diptam (zitronig), Rose de Resht (zart süßlich) und der Schwarze Geißklee (an Honig erinnernd).

>> Welche Dufter habt ihr in euren Gärten, Balkonen, Terrassen? <<

Schöne Pfingsten noch und bis bald (dann wird sich vermutlich alles um meine Minz-Liebe drehen).

 

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Violett-Blaue Blütenkerzen: Lupinen

Schon lange hatte ich vor, einen Beitrag über Lupinen zu schreiben, aber immer wieder habe ich etwas anderes vorgezogen, weil es mir gerade mehr am Herzen lag. Nun ist es aber soweit, Vorhang auf für diese vielfältige und vielseitige Pflanze …

Blaue Lupinen, Naturfoto, Blütenkunst,  wildeschoenheiten.wordpress.com

Wusstet ihr, dass es Lupinen als Gemüse-, Futter-, Zier- und Wildpflanze gibt? Spannend finde ich. Die Früchte der Lupinen (Süßlupinen) landen z. B. in Lebensmitteln, als Eiweißquelle/-ersatz. Sie dienen als Gründung, machen eine gute Figur in jedem naturnahen Garten mit ihren wunderschönen Blütenkerzen und ihren hübschen Fiederblättern. Leider haben auch Nacktschnecken eine Vorliebe für Lupinen und so sehen sie öfteres etwas zerrupft bzw. zerfressen aus … Aber sie erholen sich, sobald der „SchleimerDruck“ nachlässt. Auch sehr beliebt sind die Schmetterlingsblütler übrigens bei Bienen & Hummeln.

Die Lupinen, die ihr auf meinen Fotos seht, wachsen ausnahmslos wild. Am Waldrand und auf einer nahegelegenen, halbschattigen Wiese, die nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht wird. (Einen kleinen Steckbrief findet ihr unter der Bildergalerie, also bitte weiterscrollen 😉 )

Kleiner Steckbrief: Es gibt rund 200 Arten. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika und wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts bei uns „eingeführt“. Genau genommen, ist die Lupine also keine echte, heimische Wildpflanze. Sie ist mehrjährig und blüht etwa von Ende Mai, je nach Sorte, bis in den Spätsommer. Die meisten Gartenformen werden ca. einen Meter hoch (+/- 20 cm).

Sie mag einen sonnigen Standort. Kommt aber auch mit Halbschatten zurecht. Die Blühfreude lässt dann aber meist etwas nach. Der Boden sollte leicht feucht und eher nährstoff- und kalkarm sein! Am besten gar nicht düngen – insbesondere KEINEN stickstoffbetonten Dünger, das ist der sichere Tod der Lupine. Staunässe und schwerer Boden bekommen ihr auch nicht. Die Blütenstiele sind etwas anfällig dafür, bei starkem Wind und/oder Regen umzuknicken, deshalb am besten rechtzeitig stützen.

Noch Ein Tipp (gilt übrigens für viele Wild- und Gartenblumen): Nach der Blüte die Stängel abschneiden, meist blüht sie dann ein zweites Mal. Wenn ihr jedoch Fan des Blackbox-Gardening seid, dann lasst ihr sie natürlich aussamen.

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