Falterglück: Ein Sommer für Falter

Ein Sommer für Falter, aber auch für (Wild-)Bienen und einige andere Insekten.

In den letzten Wochen habe ich so viele Falter wie schon lange nicht mehr gesehen. Und nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ wie Tagpfauenauge, Kohlweißling und kleiner Fuchs. Vor die Linse geflattert sind mir der C-Falter, das Landkärtchen, Aurorafalter und der Braune Waldvogel. Und erst kürzlich: Zitronenfalter, Feuerfalter, Bläulinge, und Schachbrettfalter.

Dieser Sommer wird wohl nicht nur für Falter als Jahrhundertsommer in die Geschichte eingehen.

Neben den schönen Seiten: Sonne satt, die vielen bunten Gaukler der Lüfte, Vögel die sich über einen reich gedeckten (Insekten-)Tisch freuen und so zwei oder gar drei Bruten locker durchgebracht haben. Früchte in Massen. Allen voran: Kirschen (es sind so viele an den Bäumen geblieben, schade drum …). Meine (Kultur-)Heidelbeere ist dieses ein Traum, so viele Früchte … Weintrauben wird es auch in Massen geben. Aber wo Licht (Sonne) ist, ist auch Schatten.

Die Schattenseiten dieses unglaublichen Sommers (der hier im Grunde seit April andauert): Die Wiesen und Felder sehen aus wie afrikanische Savannenlandschaften. Braunes Gras, verbrannte Erde, Staubteufel, die über die abgeernteten Felder wirbeln. Bäume und Sträucher, die teilweise bereits mehr als die Hälfte ihres Laubs abgeworfen haben (es sieht aus wie im Spätherbst).

Holunder wird es dieses Jahr auch wieder keinen geben. Dabei hatte vor ein paar Wochen noch alles so gut ausgesehen, Massen an Früchten hätte es gegeben … Ja, wenn … – Nun wird es wieder keinen Holundergelee und -saft geben. So schade. – Getreidefelder haben an mehrere Stellen in Hessen gebrannt (und anderswo auch), im Wald ist die Gefahr von Bränden auch sehr hoch. Kühe und Pferde müssen bereits mit Heu zugefüttert werden.

Trockenheit in Hessen, braune Weiden, Pferde, © WILDPEPEPRMINT-DESIGN

Auch die Apfelbäume will ich nicht vergessen. 2017 gab es ja kaum Äpfel, weil Spätfrost und Hagel fast alles zerstört hatten. Und dieses Jahr hängen sie brechend voll mit Früchten und werfen nun schon die erste unreifen Früchte ab. Es fehlt überall Wasser. Alles leidet unter dieser unglaublichen Trockenheit. Bin sehr gespannt ob und wieviele Früchte es bis zur Reife schaffen.

Gestern und heute gab es zwar ein paar Regenschauern und aktuell gewittert es, aber das ist alles nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein. Sehe ich mir die Wettervorhersage für die nächsten Tage an, gruselt es mich: Hitzewelle mit über 30 Grad im Anmarsch … oh weh …

Wie sieht es bei euch aus? Auch trockenheitsgeplagt? Wird bei euch auch schon von Dürre gesprochen?Kennt man sonst ja nur aus Afrika oder Südeuropa. Selbst Schweden kämpft mit Waldbränden. Der Klimawandel lässt grüßen.

So genug gejammert. Ich freue mich jetzt erst mal über den Regen, wie viel es auch werden mag. Mein nächster Beitrag wird dann wieder „nur“ die schönen Seiten des Mega-Sommers beleuchten. Dann gibt es ein paar News und Tipps vom Terrassengarten.

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Flatterhafte Schönheiten: Libellen

Heute wird’s tierisch: Es geht um Libellen, genauer gesagt um zwei blaue Libellen.

Leider bekomme ich nur selten Libellen zu Gesicht. Da unser kleiner Wolfsbach oft trocken fällt, die Bachränder zu oft gemäht werden und es mich an den einzigen Tümpel in der näheren Umgebung nur selten verschlägt. Und, dann habe ich mal Glück und die hübschen kleinen Flatterwesen fliegen mir regelrecht vor die Nase und ich habe nur mein Smartphone dabei. So ein Mist … Na ja, immerhin konnte ich sie „festhalten“, wenn auch nur in mittelprächtiger Qualität 😉

Besonders gefreut habe ich über die Blauflügel Prachtlibelle (ein Männchen), die ich bis dahin noch nie gesehen hatte …

Blauflügel Prachtlibelle, Libellenart, blaue Libelle, © wildpepeprmint-design.de

Übrigens: Die einzige Prachtlibellen-Art in ganz Mitteleuropa. Bessere Fotos und Infos gibt es z.B. hier >>

Und die Blaue Azurjungfer

Azurjungfer, Libelle Blau, © wildpepeprmint-design.de

Apropos Flattermänner: Der andauernde trocken-warme Sommer kommt den Faltern sehr gelegen. So viele wie dieses gab es schon ewig nicht mehr. Dazu gibt es in den nächsten Tagen einen Beitrag, mit „guten“ Fotos 🙂

PS: Die Libellen (und andere Insekten) haben mich auch künstlerisch inspiriert >>

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In jeder Hinsicht Dufte: Schwarzer Geißklee

Jedes Jahr auf’s Neue hatte ich es mir vorgenommen, ein kleines Pflanzenportrait zum Schwarzen Geißklee zu schreiben, zur Blütezeit. Aber immer kam etwas dazwischen und dann war die Blüte rum … Und dann: Aus den Augen, aus dem Sinn. Nun habe ich es endlich geschafft. Here comes the … *Trommelwirbel* … der SCHWARZE GEISSKLEE

Dieses Jahr hat er sehr früh geblüht (wie vieles andere auch) und ist nach rund drei Wochen Blütezeit, jetzt nahezu abgeblüht und hat bereits Samen angesetzt. – Zur Hochblüte …

Kennt ihr nicht? Noch nie vom Schwarzen Geißklee gehört? Dann wird’s aber Zeit 🙂

Schwarzer Geißklee in Blüte, © wildpeppermint-design.de

Der Schwarze (oder: Schwarzwerdender) Geißklee (Cytisus nigricans), ist ein Schmetterlingsblütengewächs. Er ist eine heimische Wildpflanze und relativ selten. Er blüht meist Ende Juni/Anfang Juli.  Er liebt steinig-sandigen Boden. In der Natur ist er selten und wächst dort gerne am Waldrand bzw. in lichten Trockenwäldern.

Sobald sich die Blüten öffnen, verströmt er einen wunderbaren Duft, der leicht an Honig erinnert. Deshalb steht der Kleinstrauch bei mir auch direkt an der Haustüre, damit ich möglichst oft in den Genuss von diesem Wohlgeruch komme.

Er kann, da er max. 1,00 – 1,50 hoch wird, sehr gut im Kübel kultiviert werden. Ein weiterer Pluspunkt wie ich finde, neben der schönen Blüte und dem Duft. Ich habe ihn in normale, torffreie Bioerde mit ein paar kleinen Steinchen und etwas Sand in einen Tontopf eingepflanzt.

Er ist robust und hat bis jetzt jeden Winter schadlos überstanden. Wenn man keinen Samen gewinnen möchte, kann er gerne nach der Blüte eingekürzt werden. ich schneide immer bis knapp unter der letzten Blüte.

Mein Strauch ist nun ca. fünf Jahre alt und ca. einen Meter hoch und breit. Dünger bekommt er im Frühjahr beim ersten Austrieb. Ein wenig Bio-Gartendünger und gemörserte Eierschalen.

Wenn es sehr warm ist und während der Blüte braucht er, je nach Topfgröße, etwas mehr Wasser. Aber immer erst gießen, wenn die Erde obenauf trocken ist.

Der Schwarze Geißklee ist ein echtes Hummelmagnet. Zumindest hatte ich immer viel Besuch von den kleinen pelzigen Brummern.

Neugierig geworden? Noch ein Plätzchen frei? Ihr werdet es nicht bereuen, wenn ihr eine Pflanze zu euch holt. Ihr bekommt ihn z. B. bei >> Syringa oder >> Strickler.

 

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Das Sommermärchen geht weiter

Der Wahnsinn, oder? Der dritte Sommermonat  – wobei wir ja nach dem Kalender erst jetzt offiziell Sommer haben – , noch dazu nahezu ohne Unterbrechung. Gab’s so was überhaupt schon mal in Deutschland? Ich glaube nicht. Irgendwie verrückt das Wetter, die Jahreszeiten, dieses Jahr. Egal. Feiern wir den Sommer so lange er dauert, genießen ihn in vollen Zügen.

Heute Nachmittag so …

Sommergras. Flattermänner. wilde Schönheiten und Sommer-Herbst-Blumen. – Die Dahlien blühen seit gut einer Woche. Die Kirschen sind schon so gut wie „fertig“. Die Schlehen sehen fast reif aus.

Sämtliche Früchte gibt es in rauen Mengen. Meine Blaubeere hängt so voller Früchte wie noch nie. Brombeeren, Äpfel, und. und, und. Früchtesegen wohin man sieht. Einziger Wermutstropfen: Die teilweise schlimmen Unwetter und andernorts, der fehlende Regen, die Trockenheit …

Und bei euch so?

 

 

 

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Wilde Schönheiten im Frühsommer

Da wir praktisch seit April Sommer haben, ist dieses Jahr alles früher. Sicher ist euch das auch schon aufgefallen.

So ist der Holunder schon so gut wie abgeblüht, die Linden blühen seit ein paar Tagen, der Baldrian und einiges mehr. Einige der aktuell blühenden Wilden Schönheiten habe ich mal für euch „eingefangen“. Sind sie nicht wunderbar? Und das beste, auch wenn auf den Bildern keine/kaum Insekten zu sehen sind, sie sind zahlreich unterwegs. Vor allem an der Linde herrscht zurzeit Hochbetrieb, nicht nur Bienen, auch Schmetterlinge finden Gefallen am dem reich gedeckten Tisch.

Apropos „reich“, es ist nicht nur alles früher, als normalerweise, es wird auch sehr reichliche Ernten geben. Äpfel, Birnen, Pflaumen, Heidelbeeren und Kirschen, die schon reif werden, Holunder, Brombeeren. Alles hängt packevoll an Bäumen und Sträuchern. Wahnsinn.

Genießt den Sommer und erfreut euch auch an den Wilden Schönheiten. Und, ihr wisst ja, sät/pflanzt mehr Wildblumen, die Wildbienen werden es euch danken :-). Bis die Tage …

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Duftende Grüße: Der Diptam oder „Brennender Busch“

Kennt ihr Diptam – auch bekannt als „Brennender Busch“?

Eine sehr, sehr seltene Wildblume, die in Mitteleuropa, Nordafrika und Teilen Asiens heimisch ist. Auch, in Deutschland kann man sie antreffen, allerdings extrem selten, sie ist als stark gefährdet eingestuft und steht schon seit 1936 unter Naturschutz!

Mich hat sie mit ihren wunderschönen Blütenständen und diesem unglaublich intensiven zitronenartigen Duft einfach verzaubert und so habe ich mir vor ein paar Jahren eine Pflanze gekauft.

Sie treibt jedes Jahr willig aus, wo andere Wildblumen, aufgrund der seltsamen späten Winter, inzwischen fast alle die Segel gestrichen haben. Eigentlich müsste mein Diptam dringend in einen größeren Topf, aber nun warte ich bis sie abgeblüht ist und dann gibt es mehr Platz für sie, damit es nächstes Jahr hoffentlich mehr Blütenstände gibt.

Apropos Blüten: Dieses Jahr waren es vier Blütenstängel, leider hat zwei davon ein Sturm abgeknickt, weil ich zu spät war mit einer Stütze. Blöd.

Habt ihr auch Diptam in euren Gärten, auf Balkon oder Terrasse? Ich kann sie wirklich sehr empfehlen. Neben ihrer Schönheit und dem Duft ist sie sehr pflegeleicht und kommt in einem naturnahen Garten als Solitärstaude (evtl. am Gehölzrand, an einer eher trockenen Stelle) besonders gut zur Geltung.

Mehr Infos zum Diptam und was es mit dem „Brennen“ auf sich hat, könnt ihr z. B. bei Wikipedia nachlesen >>

Diptam im Abendlicht, brennender Busch, Wildblume, rosa Wildblume, duftende wildblume, © wildeschoenheiten.wordpress.com

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Flügge: Gartenrotschwanz

Maizeit ist Kinderstubenzeit. Die ersten Vogelkinder sind bereits flügge, wie dieser süße kleine Gartenrotschwanz.

Jedes Jahr brütet „unser“ Pärchen über der Haustüre, direkt unter dem Dach. Zuerst wird die Wohnung fein ausgeputzt. Tagelang liegen Unmengen an Moos- und Erdbröckchen vor der Tür. Einige Zeit später geht das Gezwitscher los. Vom ersten Sonnenstrahl bis zum letzten werden die kleinen Babys von Mama und Papa mit tüchtig Proteinen versorgt. Jede Mahlzeit wird lautstark angekündigt und mit freudigem Getschilpe begrüßt.

Und, ehe man sich versieht, wird die Wohnung zu klein und meine Fußmatte wird schick mit Guano verziert. 😉 Dann weiß ich, nun dauert es nicht mehr lange und die Kleinen werden flügge.

Heute war es soweit, der erste kleine Piepmatz ist ausgezogen. Wie ich das mitbekam? Purer Zufall. Heute Nachmittag gab es auf einmal ein unglaubliches Spektakel und ich dachte, was ist denn da draußen los, es wird doch nicht etwa eine Katze einen Jungvogel erwischt haben und Mama oder Papa regen sich furchtbar auf? Nein. Alles gut. Ein Jungvogel saß auf der Mülltonne und tschilpte aufgeregt. Keine Katze zu sehen und auch sonst alles o.k. Er war wohlauf aber offensichtlich etwas ängstlich. Sein Auszug war offenbar etwas unerwartet bzw. unfreiweillig geschehen. Frau Mama saß eine ganze Weile in der Nähe und später flogen beide Eltern wieder los, um die verbliebenen Nestkinder zu füttern.

Süß, oder? Ganz ausgewachsen ist er offenbar noch nicht, der Kleine. Denn die Schwanzfedern sind noch sehr kurz. Aber er kann immerhin einige Meter fliegen. Später saß er u.a. auf der Trockensteinmauer, dann auf dem Nachbar Grundstück auf einem Mauervorsprung und später in der Dachrinne und auf dem Zaun, wie ihr seht.

Kurz bevor es dunkel wurde, tschilpte es wieder und da sah ich die Amsel. Sie hatte Futter im Schnabel und bot es dem Kleinen an. Ich dachte, ich sehe nicht ricfhtig. Nur einige Momente später kam Mama-Gartenrotenschwanz und war sichtlich irritiert … So ging das noch eine Weile. Die Amsel suchte im Rasen Futter und Mama „Rotschwanz“ fütterte weiter die Kleinen im Nest. Herrn Papa habe ich nicht gesehen.

Mal schauen, ob der Kleine morgen noch da ist! Ich hoffe sehr, dass es ihm gut geht und er in Sicherheit ist.

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